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Abhängigkeit Von Illegalen Drogen: Ursachen, Selbsthilfe und Behandlung

Von: Chưa được phân loại 11/02/2019
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Bei der Abhängigkeit von so genannten illegalen Drogen müssen die gebrauchten Stoffe genau unterschieden werden. Eine starke, sich schnell entwickelnde körperliche Abhängigkeit ist nur für Heroin (Opiate) und Crack dokumentiert. Bei Haschisch und Ecstasy entwickelt sich die Abhängigkeit langsamer (Illegale Drogen, Seite 274).

Ursachen

In der Jugendlichenszene erfolgt der erste Schritt zum Experimentieren mit Drogen fast immer unter dem Eindruck des »Nachahmens« und »Dazu-Gehörens«. Wenn die Freunde und Freundinnen sniffen, rauchen oder gar Heroin fixen, ist oft die Versuchung groß, wissen zu wollen, »wie das ist«. Da Drogen wie Heroin meist schon nach der ersten Probe abhängig machen, kommt ein solcher Einstieg fast schon dem Absturz gleich. Viele Erstkonsumenten nehmen ihre zweite Dosis noch am selben Tag.

Entscheidende Sucht auslösende Faktoren sind:

• die Gruppe, in der man sich bewegt (»Szene«).

• die Verfügbarkeit des Stoffs (Angebotenes wird probiert).

• Neugier auf Unbekanntes und Verbotenes.

• das Lernen an Vorbildern (Freunde, Idole).

Problem- oder Konfliktsituationen, in denen die Droge als Fluchtmittel dient, können hinzukommen, aber sie sind nicht spezifisch für den Einstieg.

Erkrankungsrisiko

Es steigt mit dem Grad der persönlichen Verunsicherung (Pubertät, individuelle Probleme), des Gruppendrucks (Szene) und der Verfügbarkeit von Drogen (Schwarzmarkt).

Mögliche Folgen und Komplikationen

Die gravierenden Folgen für die Gesundheit entstehen vor allem durch das Leben in der Subkultur, nicht durch das Heroin an sich:

• Verelendung, Verschuldung, Prostitution und das Abrutschen in die Kriminalität durch die gigantischen Schwarzmarktpreise, die die Endverbraucher bezahlen müssen.

• Das Leben am sozialen Rand der Gesellschaft ist von einem allgemein schlechten körperlichen Zustand begleitet und macht generell krankheitsanfällig (mangelnde Ernährung, mangelnder Schlaf, mangelnde Hygiene).

• Bakterielle Infektionen und Virusinfektionen (Hepatitis, Aids) durch unsaubere Spritzbestecke und verunreinigtes Heroin gehören zum Alltag der Abhängigen (z. B. Entzündungen der Herzinnenhaut, von Leber, Nieren und Lungen, Blutvergiftungen).

• Überdosierungen (bis hin zum tödlichen »Goldenen Schuss«) hängen häufig mit verunreinigtem Stoff zusammen oder mit dem Versuch, heroinlose Phasen mit Medikamenten und/oder Alkohol zu überbrücken. Nach einer langen Abstinenz kann die früher gewohnte Dosis leicht zur Überdosis werden.

Methadonprogramm
Die über Gesundheitsämter und Ärzte kontrollierte Abgabe der Substanz Methadon (Polamidon) macht Beschaffungskriminalität überflüssig und verhindert die weitere Verbreitung der HIV-lnfektion, weil die Abhän-gigen aufhören, infiziertes Nadel- und Spritzmaterial zu verwenden.Flächendeckende Substitutionsangebote gibt es etwa in den USA, in Australien, den Niederlanden, Österreich und in der Schweiz, aber nicht in Deutschland, wo nur eine unzureichende Zahl niedergelassener Ärztinnen und Ärzte an der Substitution teilnehmen. Die notwendige psychosoziale Betreuung ist nicht gesichert, da die Krankenkassen nicht zu einer Kostenübernahme verpflichtet werden konnten.

 

Vorbeugung

Die Illegalität ist für einen Großteil der gesundheitlichen und sozialen Folgen verantwortlich und übt zudem auf manche Jugendliche den Reiz des Verbotenen aus. Eine Enttabuisierung von illegalen Drogen, auch im Strafrecht, könnte hilfreich sein, um ein Abrutschen in die Kriminalität mit all ihren sozialen und gesundheitlichen Folgen zu vermeiden (Kriminalisierung, Seite 275).

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Sofort.

Selbsthilfe

Ist nur in sehr vereinzelten Fällen möglich. Besser ist der sofortige Weg in die nächste Drogenberatungsstelle, die heute in fast jeder größeren Kommune über das zuständige Gesundheitsamt zu erfragen ist.

Behandlung

Sie verläuft in denselben Phasen wie beim Alkoholismus (Seite 414). Wichtig sind die freien Entscheidungsmöglichkeiten der Patienten beim Entzug: ob mit Medikamenten oder ohne, denn der so genannte kalte Entzug (»Cold-Turkey«) verlangt abrupte Abstinenz. Die Angst vor den Entzugsschmerzen lässt viele Abhängige vor dieser radikalen Methode zurückschrecken, und sie wählen lieber eine medikamentöse Unterstützung, zum Beispiel mit Methadon.

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