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Abszesse

Von: Chưa được phân loại 14/12/2017
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Abszesse sind durch Keime hervorgerufene, abgeschlossene Eiteransammlungen, die überall im Gewebe auftreten können – meist an der Haut und am Zahnfleisch, seltener – etwa nach Operationen – auch an inneren Organen. Auf der Haut bildet sich zunächst ein bis zwei Zentimeter großer, hellroter und druckempfindlicher Knoten.

Anders als bloße Pickel füllen sich Abszesse mit Eiter, sie sind schmerzhaft und es ist ein pulsierendes Klopfen zu spüren. Meist wird der Organismus selbst damit fertig: Der Abszess kapselt sich innerhalb von rund zwei Wochen ab und platzt schließlich auf.

Abszesse am Haarbalg (Furunkel) bilden sich hauptsächlich im Nacken und auf der Brust, aber auch im Gesicht. Bei einem solchen Furunkel zeigt sich in der Mitte ein eitriger Pfropf, auf dem eine kleine Blase sitzen kann. Mehrere Furunkel nebeneinander nennen Mediziner Karbunkel. Solche Karbunkel können auch mit Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl einhergehen. Ein Abszess am Auge wird für gewöhnlich als Gerstenkorn bezeichnet (S. 533).

Wer ist davon betroffen?

Verursacht werden Abszesse durch Keime, in den allermeisten Fällen durch Bakterien. Diese gelangen durch kleine Verletzungen in die Haut – beispielsweise bei Kratzern, wo Kleidung zu eng sitzt und reibt (z. B. in den Achselhöhlen oder Leistenbeugen) oder wenn die Talgdrüsengänge verstopft sind.

Weiße Blutkörperchen der körpereigenen Abwehr werden an diese Stelle geschickt, um die fremden Substanzen zu vernichten: Eine eitrige Entzündung entsteht.

Die Mikroorganismen sind allgegenwärtig, bei rund 30 Prozent aller Menschen finden sie sich ständig in der Nasenschleimhaut, ohne irgendwelche Beschwerden zu verursachen, weil sie vom Immunsystem in Schach gehalten werden.

• Seelische Belastungen,
• ein schlechter Allgemeinzustand,
• Übergewicht, mangelnde Hygiene,
• aber auch bestimmte Krankheiten, wie etwa Diabetes (S. 603) oder Blutarmut (S. 563), schwächen diese Abwehrkraft – dann können sich die Erreger rasant vermehren.

In manchen Fällen entstehen Abszesse auch bei Akne (S. 504).

Ist Vorbeugung möglich?

Regelmäßiges Waschen trägt dazu bei, Infektionen auf der Haut zu verhindern. Übertriebene Sauberkeit schadet aber eher und greift den Säureschutzmantel der Haut, der auf ganz natürliche Weise vor Erregern schützt, an.

Ausgewogene, vitaminreiche Ernährung (S. 156) stärkt die Abwehrkräfte ebenso wie regelmäßige Bewegung (S. 16). Stress oder dauernde Konflikte am Arbeitsplatz, Streit mit dem Partner oder eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Lebenssituation belasten nicht nur die Seele, sondern auch das Immunsystem (S. 392). Die Probleme zu erkennen und aktiv an einer Lösung zu arbeiten, kann das Infektionsrisiko vermindern.

Was Betroffene selbst tun können

In den meisten Fällen ist nach spätestens zwei Wochen alles vorbei. Der Abszess platzt von selbst auf und heilt dann ab. Daran herumzudrücken beschleunigt den Prozess ganz und gar nicht. Ganz im Gegenteil: Die Keime können tiefer ins Gewebe gepresst oder auch an andere Körperstellen übertragen werden. Nahe der Nase ist das Drücken gar nicht ungefährlich. Gelangen die Mikroben in die Blutbahn, können sie – selten, aber doch – bis ins Gehirn geschwemmt werden und dort Entzündungen verursachen.

Hilfreich sind heiße, feuchte Umschläge – sie weichen den Abszess etwas auf. Auch Zugsalben mit dem Wirkstoff Ammoniumbituminosulfonat tragen dazu bei, dass sich der entzündete Knoten schneller abkapselt und aufplatzt. Dann kann der Eiter vorsichtig mit einem sauberen Papiertaschentuch abgenommen werden.

Für gewöhnlich heilt die Haut kurze Zeit, nachdem der Eiter abgeflossen ist. Allerdings bleiben meist kleine Narben zurück.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Wenn der entzündete Knoten nicht innerhalb von zwei Wochen verschwindet oder wenn er immer größer wird, ist ein Besuch bei der Ärztin oder beim Arzt sinnvoll. Dann kann es notwendig sein, den Abszess aufzuschneiden und den Eiter zu entleeren. Das sollte aber unbedingt der Arzt machen, denn dazu ist steriles Material nötig.

Bei immer wieder auftretenden Abszessen oder wenn ein Karbunkel entstanden ist, kann eine innerliche Antibiotika-Therapie über ein bis zwei Wochen helfen. Wichtig ist, die Dosierungsempfehlung genau einzuhalten, weil die Keime sonst resistent werden können.

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