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Achtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Von: Chưa được phân loại 09/01/2019
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Erhaben thront es am Wegesrand. Und der eigenwillige Duft erzählt schon ein bisschen davon, wie heilkräftig dieses geniale Kraut ist.

Botanik

Lauter flaumige weiße Wedel sehen wir im Hochsommer an Bachufern und auf feuchten Wiesen. Der überragende Blütenstand gab der „Wiesenkönigin“ ihren Namen. Wenn wir genauer hinschauen, fallen der rote, kantige Stängel und die wechselständigen, gefiederten Blätter auf. Sie erinnern an die Blätter einer Ulme, daher kommt auch der botanische Name ulmaria. Noch eindrucksvoller als das Aussehen ist der Duft von Mädesüß. „Wie beim Doktor“, hören wir. Und wirklich: Blüte und Stängel riechen irgendwie medizinisch. Die Salicylsäure im Mädesüß kennen wir von Schmerzmitteln. Feine Nasen nehmen auch einen Hauch von Vanille wahr. Das blühende Mädesüßkraut ernten wir in einer Phase, in der noch einige Knospen geschlossen sind. Schnell nach der Vollblüte beginnt sie auch wieder zu welken. Die Blüte hat den höchsten Wirkstoffgehalt, allerdings können die Blätter ruhig mitverwendet werden.

Geschichte

Viele Namen, viel Ehr – das gilt insbesondere für das Mädesüß. Das englische meadowsweet (Wiesensüße) unterstreicht Duft und Geschmack. Mädesüß soll über Jahrhunderte Honigwein, Wein, Bier oder die Heuernte mit seinem Aroma versüßt haben. Für keltische Druiden war es eines der drei heiligen Kräuter. Der englische Botaniker John Gérard schrieb im 16. Jahrhundert, in Wein gekochte Blüten tragen bestimmte Zustände eines gewissen Alters hinweg und stimmen das Herz fröhlich. Der Markenname „Aspirin“ würdigt in der Silbe -spinn noch heute die Mädesüßblüte (Spiraeae flos) mit seinem natürlichen Gehalt an diesem Schmerzmittel, wenn auch für das moderne Medikament weder Mädesüß noch Weidenrinde gebraucht werden. Salicylsäure wird heute synthetisch hergestellt. Spirin stammt vom Spiraeosid, das ist ein spezieller Farbstoff im Mädesüß. Der Volksname „Spierstaude“ weist darauf hin.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Mädesüß enthält Inhaltsstoffe, aus denen zum Teil erst nach dem Trocknen ätherisches Öl entsteht. Drei Viertel des ätherischen Öles macht ein Salicylaldehyd aus, das ist eine Verbindung aus Salicylsäure. Die Natur hat in einem genialen Schachzug die Salicylsäure als Aldehyd verpackt, eine chemische Form, die unserem Magen nicht schadet. Erst in der Leber wird sie in die aktive Form umgewandelt und wirkt dann fiebersenkend und entzündungshemmend. Flavonoide, Gerbstoffe und Schleime helfen zusätzlich. Mädesüß schafft es, Oxidationsprozesse im Körper zu verhindern, wobei noch nicht ganz klar ist, wie dieser Mechanismus funktioniert. Die Volksheilkunde weiß schon lange über den harntreibenden Effekt Bescheid. Auch die moderne Phytotherapie sieht im Mädesüß eine leicht entwässernde Droge.

Heilanwendung

Das Rosengewächs schmeckt bitter. Deshalb und wegen des Dufts wird Mädesüß gern kulinarisch für spezielle Zubereitungen verwendet. Der warme Milch- oder Rahmauszug des blühenden Krauts nimmt den Geschmack an und bildet eine Basis für Desserts. Mädesüß entwickelt in Kognak angesetzt einen besonders runden Geschmack. Die Tinktur für die tropfenweise Anwendung wird mit Schnaps oder Korn zubereitet, weil hierbei der Geschmack zweitrangig ist. Das frische Kraut oder die frischen Blüten werden in einem Schraubglas mit dem 40-prozentigen Alkohol versetzt und etwa einen Monat in den Halbschatten gestellt. Nach dem Abseihen werden die Mädesüßtropfen gegen Kopfschmerzen eingesetzt. Um die wirksame Dosis bei Wildkräuterzubereitungen herauszufinden, ist individuelles Herantasten notwendig. Deshalb empfiehlt es sich, mit nur 5 Tropfen zu beginnen und die Menge langsam bis zur Wirksamkeit zu steigern. Holunder und Lindenblüten ergänzen die schweißtreibende Wirkung von Mädesüß und bilden zusammen ein probates Mittel bei Erkältungskrankheiten und Fieber. Der Erkältungstee aus diesen drei regionalen Wildpflanzen darf in keiner Hausapotheke fehlen.

Erkältungstee

Zutaten: Holunderblüten, Lindenblüten, Mädesüßblüten

Zubereitung: 2 Teelöffel der getrockneten Kräutermischung mit einem Viertelliter heißem Wasser übergießen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Mit Honig, Ingwer und Zitrone würzen.

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