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Allergien

Von: Chưa được phân loại 22/12/2019
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Hinsichtlich der Zeit, die zwischen dem Kontakt mit dem Antigen und dem Auftreten von Symptomen vergeht, unterscheidet man Überempfindlichkeitsreaktionen vom Früh- und vom Spät-Typ.

– Überempfindlichkeitsreaktion vom Früh-Typ (humorale Allergien, d. h. es spielen V. a. Antikörper eine wichtige Rolle). Es handelt sich um die Allergietypen I, II und III. Die Reaktionszeit liegt zwischen Sekunden, Minuten, Stunden bis Tagen.

– Überempfindlichkeitsreaktionen vom Spät-Typ (zellvermittelte Allergie, d.h. Zellen, V. a. Lymphozyten aber auch Killer- und Fresszellen spielen eine wichtige Rolle). Es handelt sich um den Allergietyp IV. Die Reaktionszeit liegt über zwölf Stunden.

Diese Allergietypen werden nun im Einzelnen beschrieben (Tab. 22-1). Es ist allerdings zu beachten, dass bei manchen Allergien mehrere Typen gleichzeitig ablaufen oder ineinander übergehen können.

EinteilungReaktionszeitVermittler KrankheitenMechanismenTest
Typ 1, anaphylaktischer Typ, SoforttypSekunden bis MinutenIgEAnaphylaktoide Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock, allergische Rhinitis, allergisches Asthma, Urtikaria, Quincke-ÖdemMastzellen setzen Histamin und andere Mediatoren frei, z. B. durch Kontakt mit Blütenpollen, Medikamenten, Hausstaub oder ErdbeerenHauttest
Typ II, zytotoxischer TypWenige Minuten bis 12 StundenIgG, IgMAgranulozytose, Typ-I- Diabetes, allergische hämolytische Anämie, allergische Thrombozytopenie, Bluttransfusionszwischenfälle,
Transplantatabstoßung
Antigene sitzen auf Zellmembranen, z.B. auf Erythrozyten (als Blutgruppenantigene),
Killerzellen, Fresszellen bekämpfen das Komplement,
sodass es zur Zellauflösung (Zytolyse) kommt
Antiglobulin- Test, Coombs- Test
Typ III, Arthus- Typ, Immunkomplex-Typ6-12 StundenIgG, IgMVaskulitis, LED, RA akute Glomerulonephritis, allergische Alveolitis, SerumkrankheitAblagerung von Immunkomplexen in Gefäßen und Gewebe führt zu entzündlichen ReaktionenImmunfluoreszenztest, Elektronenmikroskopie, Arthus- Test
Typ IV,
verzögerter Typ
12-72 StundenLymphozyten und andere Abwehrzellen (keine Antikörper)Kontaktdermatitis, einige
Medikamentenallergien, Hashimoto-Thyroiditis
Antigenspezifische T-Lymphozyten setzen Lymphokine frei, die zur Aktivierung von Fresszellen führen und somit zu EntzündungsreaktionenHauttest, Läppchentest, pflastertest

Manche Allergien laufen parallel ab oder gehen ineinander über. Der Typ I, der sogenannte Soforttyp, stellt die häufigste Allergieform dar.

Typ-I-Allergie

Bei der Typ-I-Allergie (anaphylaktischer Typ, Sofort-Typ) liegt die Reaktionszeit zwischen Sekunden bis Minuten, evtl, kommt es nach 4 bis 6 Stunden zu einer verzögerten Reaktion. Hier spielen die IgE- Antikörper eine entscheidende Rolle. Sie setzen sich auf die Oberfläche von Mastzellen und basophilen Granulozyten und veranlassen diese, Histamin und andere Gewebsmediatoren freizusetzen. Dadurch kommt es zur Weitstellung von Gefäßen. Dies kann zu anaphylaktoiden Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock führen.

Die Typ-I-Allergie bleibt oft örtlich begrenzt und kann sich als folgende Erkrankungen zeigen: Heuschnupfen (allergische Rhinitis, oft mit Konjunktivitis), allergische Konjunktivitis (oft mit allergischer Rhinitis), Quincke-Ödem, Urtikaria, allergische Enteritis, allergisches Asthma.

Typische Substanzen, die eine Typ-I-Allergie verursachen können, sind Blütenpollen, Hausstaubmilben, Medikamente, Insektenstiche, Tierhaare und Obst (v. a. Erdbeeren).

Typ-II-Allergie

Die Reaktionszeit liegt zwischen wenigen Minuten bis zu 12 Stunden. Bei der Typ-II-Allergie (zytotoxischer Typ) handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper (IgG oder IgM) gegen körpereigenes Gewebe gebildet werden.

Man unterscheidet Typ-II-a und Typ-II-b:

– Typ-II-a-Allergie. Gegen bestimmte Antigene, die sich auf der Oberfläche von körpereigenen Zellen befinden, werden IgG- oder IgM-Antikörper gebildet. Die so markierten Zellen werden nun vom Abwehrsystem als körperfremd eingestuft und bekämpft. Durch diesen Angriff von Makrophagen und Komplement kommt es zur Zerstörung dieser Zellen (Zelllyse). Dabei wird auch das darum liegende Gewebe geschädigt. Typische Erkrankungen sind Agranulozytose, hämolytische Anämie und Thrombozytopenie, vermutlich auch Diabetes mellitus und die Transplantatabstoßung.

– Typ-II-b-Allergie. Es werden Antikörper gebildet, die sich auf bestimmte Rezeptoren der Zelloberfläche setzen und diese zu einer bestimmten Tätigkeit veranlassen. Dabei kommt es zu einer Überstimulierung der betroffenen Zellen. Eine typische Erkrankung, die so verursacht wird, ist der Morbus Basedow. Hier setzen sich die Autoantikörper (v. a. TRAK) auf die Rezeptoren, die eigentlich für das TSH (thyreoideastimulierendes Hormon) zuständig sind und veranlassen somit die Schilddrüsenzellen zu einer ständigen Produktion von T3 und T4.

Typ-III-Allergie

Die Reaktionszeit der Typ-III-Allergie (Arthus-Typ, Immunkomplextyp) liegt meist zwischen 6 bis 12 Stunden. Es kommt zur Antikörperbildung (IgG und IgM) gegen lösliche Antigene (z.B. Streptokokkentoxine). Die daraus gebildeten Immunkomplexe werden in Kapillaren oder in Geweben abgelagert. Hier aktivieren sie V. a. das Komplement und die Leukozyten, die durch den Versuch die Immunkomplexe abzubauen das darum liegende Gewebe schädigen. Je nachdem, ob die Einlagerung lediglich lokal erfolgt, kommt es nur an einer bestimmten Stelle zu Symptomen oder zu generalisierten Reaktionen (z. B. Vaskulitis mit generalisierten Ödemen).

Erkrankungen, die so verursacht werden, sind die Glomerulonephritis (sog. Immunkomplex-Glomerulonephritis), der Lupus erythematodes (LE), die exogen-allergische Alveolitis (z.B. Bäckerlunge, Vogelzüchterlunge), die Serumkrankheit und die allergische Vaskulitis.

Typ-IV-Allergie

Bei der Typ-TV-Allergie (verzögerter Typ) beträgt die Reaktionszeit 12 bis 72 Stunden. Überempfindlichkeitsreaktionen vom Spät-Typ unterscheiden sich von den anderen Überempfindlichkeitsreaktionen dadurch, dass sie nicht von Antikörpern, sondern v.a. von sensibilisierten T-Lymphozyten ausgehen. Sensibilisierte T-Lymphozyten setzen Lymphokine frei, die die Aktivität der Fresszellen beeinflussen. Solche Überempfindlichkeitsreaktionen vom verzögerten Typ sind das allergische Kontaktekzem, bestimmte Medikamentenallergien, manche granulomatösen Reaktionen und einige Schilddrüsenentzündungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis).

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