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Altersbeschwerden: Anzeichen, Ursachen Und Behandlung

Von: Chưa được phân loại 19/01/2019
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Wer heute geboren wird, hat als Frau in Deutschland eine Lebenserwartung von 81 Jahren, bei Männern liegt sie bei 75 Jahren. So viel auch getan wird, um die Lebenszeit zu verlängern – spätestens nach gut 100 Jahren sieht das genetische Programm des Menschen das Ende vor. Der Alterungsprozess beginnt aber schon Jahrzehnte vorher. Wann genau und wie ist bei jedem Organ anders und auch von Mensch zu Mensch verschieden.

Vom ersten Lebenstag an sterben Zellen ab und werden neue gebildet. Doch was in der Jugend rasch und reibungslos geschieht, verläuft mit zunehmendem Alter langsamer und wird fehleranfälliger. Die Fähigkeiten des Organismus, sich zu regenerieren und Veränderungen aufzufangen und auszugleichen, lassen nach, bis sie ganz erlöschen. Dieser Vorgang wirkt sich nicht nur auf der körperlichen Ebene aus. Eine nachlassende Anpassungsfähigkeit zeigt sich auch darin, dass berufliche und räumliche Neuorientierungen schwerer fallen, Freundschaften nicht mehr so schnell geschlossen werden und sich neue Lebensgewohnheiten im Alltagsablauf nicht mehr so selbstverständlich verankern lassen.

Menschen, die sich bewusst auf den Alterungsprozess einstellen, nehmen die Veränderungen zur Kenntnis, sehen darin aber keinen Grund zur Klage. Wer hingegen fortwährend den Vergleich zu „früher“ pflegt oder sich an 30-, 40-Jährigen misst, tut sich mit Belastungen und Einschränkungen schwerer.

Anzeichen und Beschwerden

Folgende allgemeine Beschwerden werden mit dem Altern in Verbindung gebracht:

• Ein Gefühl von Erschöpfung, Müdigkeit, Mattigkeit und eine überraschend nachlassende Leistungsfähigkeit.

• Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Orientierungsschwäche, rascher Stimmungswechsel.

• Beschwerden im Verdauungstrakt: Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall, Verstopfung, diffuse Bauchschmerzen.

• Herzschmerzen, -klopfen, -rasen, -stolpern.

• Steife und schmerzende Gelenke. Näheres über Beschwerden im Bewegungsapparat lesen Sie in den Abschnitten „Arthrose, Gelenkbeschwerden”(Seite 363) und „Gelenk-, Kreuz- und Rückenschmerzen“ (Seite 419).

• Nachlassende Sexualfunktion. Hinweise dazu finden Sie unter Sexualstörungen (Seite 462).

Zu diesen allgemeinen Erscheinungen können die Beschwerden und Symptome spezieller Krankheiten, wie sie sich im Alter häufig einstellen, hinzukommen.

Altersbeschwerden Ursachen

Das Altern bringt unter anderem folgende körperliche Veränderungen mit sich, die ihrerseits Beschwerden nach sich ziehen können:

• Der Wassergehalt des Gewebes verringert sich um etwa 15 Prozent. Dadurch verkleinern sich die Organe und verlieren an Leistungskraft.

• Ein Teil der Muskelmasse wird durch Fettgewebe ersetzt. Dadurch verändert sich die Figur sichtbar und die Körperkraft lässt nach.

• Es wird mehr Knochengewebe ab- als aufgebaut. Knorpelgewebe verliert an Elastizität, wird spröde und brüchig. Diese Verschleißerscheinungen zeigen sich im gesamten Bewegungsapparat, an Knochen, Gelenken und Bandscheiben.

• Die Haut wird schlechter durchblutet und kann nicht mehr so viel Wasser binden. Dadurch wird sie trockener und faltig.

• Die Kraft des Herzens, das Blut durch den Kreislauf zu pumpen, lässt nach. Dadurch vermindert sich die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit.

• Durch Kalk- und Fettablagerungen an den Innenwänden verlieren die Gefäße an Elastizität (Arteriosklerose). Infolge dieser Verengung können sie nicht mehr so viel Blut transportieren. Unter der schlechteren Versorgung mit Sauerstoff leiden alle Gewebe, besonders aber das Gehirn.

• Die Fähigkeit der Lungenbläschen, Kohlendioxid abzugeben und Sauerstoff aufzunehmen, lässt nach. Dass der Brustkorb an Elastizität verliert, erschwert die Atmung zusätzlich.

• Die Veränderungen von Schleimhaut und Muskulatur betreffen auch den Magen-Darm-Trakt.

Die Nahrung wird langsamer verdaut und es erreichen nicht mehr alle Nährstoffe den Blutkreislauf. Dieses wirkt sich auch darauf aus, wie viel von eingenommenen Medikamenten im Körper wirken kann.

• In der Leber werden Bereiche, die bisher der Stoffwechseltätigkeit dienten, von Fettgewebe verdrängt. Dadurch verlangsamt sich die Entgiftungsarbeit des Organs; Alkohol und Arzneimittel werden langsamer abgebaut.

• Die Nieren werden schlechter durchblutet und verkleinern sich. Abbauprodukte des Stoffwechsels – auch solche von Arzneistoffen – werden langsamer ausgeschieden.

• Die Wahrnehmungen von Augen und Ohren lassen nach, ebenso der Geschmackssinn.

Eine unausgewogene Ernährung kann zur unzureichenden Versorgung mit einigen Vitaminen führen. Besonders bei den Vitaminen A, D, B1 und Folsäure kann es kritisch werden. Eine nicht optimale Vitaminversorgung macht sich vornehmlich durch Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Antriebsschwäche und Gedächtnisstörungen bemerkbar. Solche unspezifischen Symptome weisen aber nicht sicher auf einen Vitaminmangel hin, sondern können auch viele andere Ursachen haben.

Vorbeugung

Wenn das, was bei den allgemeinen Maßnahmen aufgeführt ist, bereits viele Jahre lang praktiziert wurde, sind die besten Voraussetzungen gegeben, um beschwerdearm zu altern. Je früher solche Verhaltensweisen zur Gewohnheit werden, desto besser lassen sie sich beibehalten, wenn sie notwendig sind, um Problemen entgegenzusteuern.

Allgemeine Maßnahmen

• Regelmäßige, der Belastbarkeit angepasste körperliche Bewegung. Als Ausdauertraining eignen sich schnelles Gehen (Walking), Wandern, Dauerlaufen (Jogging), Radfahren, Schwimmen. Von einem Krafttraining, das die Muskelmasse aufbaut, kann man in jedem Alter profitieren.

• Der Kalorienbedarf sinkt zwar, doch sollte nicht weniger, sondern anders gegessen werden. Was auf den Tisch kommt, sollte so viel Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wie möglich und nur wenig überflüssige Kalorien enthalten. Das heißt: viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, wenig Fleisch, Wurst und Fett und noch weniger Zucker und Alkohol. Die beiden Letztgenannten stellen nur „leere Kalorien” dar, weil sie keinerlei Vitamine, Mineralstoffe oder Ähnliches mitbringen. Eine solche Ernährungsumstellung ist bei vielen Krankheiten, die gerade im Alter relevant werden, die Basis der Therapie, etwa bei Typ-2-Diabetes, erhöhten Blutfettwerten, hohem Blutdruck und Gicht.

• Mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich trinken: Mineralwasser, Saftschorle, Gemüsesaft. Da der Durst im Alter nachlässt, sollten Sie sich diese Flüssigkeitsmenge als Tagesration sichtbar aufstellen und es sich zur Aufgabe machen, sie auch zu sich zu nehmen.

• Das Rauchen aufzugeben kommt der Gesundheit in jedem Alter zugute.

• Anregungen und Herausforderungen halten den Geist wach. Dazu gehören möglichst vielseitige Interessen und Engagements.

Wann zum Arzt?

Beschwerden, die Sie beunruhigen und ernsthaft beeinträchtigen, sollten Sie in jedem Fall ärztlich abklären lassen. Nur der Arzt kann – gegebenenfalls mit einer Blutuntersuchung und anderen diagnostischen Methoden – erkennen, ob sich hinter den „Altersbeschwerden“ eine Krankheit verbirgt, die spezifisch behandelt werden sollte.

Bei diesem Arztbesuch sollten Sie auch alle Medikamente, die Sie einnehmen, mit ihm durchgehen. Viele Arzneimittel können als unerwünschte Wirkungen die gleichen Beschwerden hervorrufen, wie die, über die ältere Menschen klagen.

Behandlung mit Medikamenten

Die Millionen Menschen, die altern, sind für die pharmazeutische Industrie ein verlockender Markt. Sie bietet eine Vielzahl von Arzneimitteln an, die die Hoffnung nähren, mit ihnen das Altern hinauszögern zu können (Geriatrika). Diese Versprechungen lassen sich jedoch nicht halten – im Gegenteil. Wenn die Mittel über lange Zeit eingenommen werden, können sie unerwünschte Wirkungen haben; zudem enthalten manche bedenklich viel Alkohol. Darüber hinaus sind viele Präparate recht teuer.

Die im Folgenden besprochenen Mittel erheben den Anspruch, einige unspezifische Altersbeschwerden bekämpfen zu können.

Mit frischem Knoblauch wurden früher Magen-Darm-Beschwerden behandelt. Altersbedingter Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und ihren Folgen soll er Vorbeugen. Die Studien, die es dazu gibt, belegen diese therapeutische Wirksamkeit jedoch nicht ausreichend. Für die genannten Anwendungen ist Knoblauch wenig geeignet.

Die Wurzel des Ginseng wird in China und Ostasien volksmedizinisch sehr häufig eingesetzt, um den Organismus zu kräftigen und stärken. Einige Studien legen nahe, dass Ginseng die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit tatsächlich verbessern kann. Allerdings reichen die vorliegenden Untersuchungsergebnisse nicht aus, um die therapeutische Wirksamkeit von Ginseng für alle angegebenen Anwendungsbereiche ausreichend nachzuweisen. Darum wird er als wenig geeignet bewertet.

In dem Mittel K.H.g sind Hämatoporphyrin + Magnesium + Prokain miteinander kombiniert. Hämatoporphyrin ist ein künstliches Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, Magnesium ein Mineralstoff und Prokain ein Mittel zur örtlichen Betäubung. Für keinen dieser drei Inhaltsstoffe ist ausreichend nachgewiesen, dass er Alterserscheinungen beeinflussen kann. Das Mittel ist nicht sinnvoll zusammengesetzt und wird als wenig geeignet bewertet.

Ein weiteres Kombinationsmittel enthält Hopfen + Japanischen Pagodenbaum + Knoblauch + Mistel + Weißdorn. Auch diese Kombination aus fünf Pflanzenprodukten hat ihre therapeutische Wirksamkeit bei Altersbeschwerden nicht ausreichend nachgewiesen und wird als wenig geeignet bewertet.

Anthroposophische, homöopathische und traditionell angewendete Mittel

Zu den meistgekauften Mitteln gehören auch Aagard Propolis-Kapseln mit Propolis, Aagard Propolis-Kapseln + Blütenpollen mit Propolis und Blütenpollen, Abtei Ginseng Aktiv-Dragees mit Ginsengwurzelextrakt, Abtei Knoblauch Perlen mit Knoblauchpulver, Doppelherz Ginseng AKTIV mit Ginsengwurzelextrakt und anderen Bestandteilen, Doppelherz aktiv Knoblauch mit Mistel + Weißdorn mit Auszügen aus Knoblauch, Mistel und Weißdorn, Klosterfrau Aktiv-Kapseln N mit Knoblauch, Johanniskraut und Vitaminen, Methusan Knoblauch Dragees mit Knoblauchpulver und anderen Pflanzenbestandteilen, Sanhelios 333 Knoblauch-Kapseln + Mistel + Weißdorn mit Auszügen aus Knoblauch, Mistel und Weißdorn, Sanhelios 444 Knoblauch-Dragees + Mistel + Weißdorn mit Auszügen aus Knoblauch, Mistel und Weißdorn, Solaguttae Knoblauch Kapseln mit Weißdorn + Mistel mit Auszügen aus Knoblauch, Mistel und Weißdorn, TAI Ginseng mit Ginsengwurzelextrakt und anderen Bestandteilen, Vita-Gerin Geistlich N, eine Mischung aus Vitaminen und Mineralien, und Zirkulin Knoblauch-Perlen mit Knoblauchpulver und anderen Pflanzenbestandteilen. Dabei handelt es sich um Präparate, die von der Arzneimittelbehörde als „traditionell angewendet” zugelassen wurden. Solche Mittel lassen sich nach den Grundsätzen dieses Buches nicht bewerten. Sie werden deshalb nicht näher besprochen. Allgemeine Informationen zu derartigen Präparaten finden Sie im Abschnitt „Traditionell angewendete Mittel” (Seite 13).

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