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Aortenstenose: Klinischer Verlauf, Diagnostik und Therapie

Von: Dr., Professorin Maria Mischo-Kelling ( mehr) 26/01/2019
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Eine Verengung der Aortenklappe ist meist rheumatisch bedingt. Im Alter kann eine Verkalkung des Aortenklappenringes auftreten, die jedoch auch bei ausgeprägter Arteriosklerose der Aorta vorhanden sein kann. Häufig liegt der Erkrankung eine erhöhte Anfälligkeit der Klappe durch eine anatomische Besonderheit, die sogenannte Zweizipfligkeit, zugrunde. Dadurch wird der Auswurf des Blutvolumens in der Systole behindert, und es entsteht eine frühzeitige schwere Druckbelastung des linken Ventrikels ohne Beteiligung des linken Vorhofs.

In der Peripherie des Kreislaufs fällt eine Minderdurchblutung auf. Diese kann insbesondere das Gehirn betreffen, so daß Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche und ähnliche Symptome vorhanden sein können. Da die aufsteigende Aorta direkt hinter den Klappen einen geringen Druck ertragen muß, weitet sie sich aus, was im Röntgenbild sichtbar wird.

Klinischer Verlauf

Dieser Klappenfehler macht frühzeitig Beschwerden, da die Körpermangeldurchblutung zu typischen Symptomen führt. Häufig sind dies Schwindelanfälle und Ohnmacht, besonders während oder nach körperlicher Belastung. Es kann zu Anfällen von Angina pectoris und zum plötzlichen Lungenödem sowie zu chronischer Herzinsuffizienz kommen.
Schon bevor schwerere Stadien mit AV-Blockierungen erreicht werden, können Herzrhythmusstörungen zum plötzlichen Tod führen. Die AV-Blockierungen haben ihre Ursache in der nicht unerheblichen Septumverdickung, die zu einer möglicherweise schweren Mangeldurchblutung im Bereich des Reizleitungssystems führt.

Diagnostik

Die Diagnose ist wiederum nach dem Auskultationsbefund, dem Röntgenbild und dem EKG zu stellen. Die Herzkatheteruntersuchung und auch die Farbdoppler-Echokardiographie beweisen eine Aortenstenose dann, wenn der Druck im linken Ventrikel, also vor der Stenose, sehr hoch und hinter der Stenose, also in der Aorta, besonders niedrig gemessen wird. Ein solcher Druckgradient, der mehr als 13,3 kPa (100 mmHg) betragen kann, ist ein Maß für den Schweregrad der Aortenstenose.

Therapie

Neben der obligaten Therapie der Herzinsuffizienz tritt heute der operative Klappenersatz in den Vordergrund. Im Anschluß daran ist eine Dauerbehandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten unerläßlich, um von der Kunstklappe ausgelöste Thromboembolien zu vermeiden.

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