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Baldrian (Echter oder Arznei – Baldrian)

Von: Chưa được phân loại 21/01/2019
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Geschichte

In der Mythologie der nordischen Völker spielte Baldrian eine ganz beachtliche Rolle. Wie viele Pflanzen mit starkem Aroma wurde auch die „Stinkwurz“ zur Abwehr von Bösem verwendet. Geister, die Übles wollten, Hexen, die das Vieh verzauberten oder gar der Teufel persönlich: mit Baldrian ließen sie sich femhalten. Ein Volksreim erzählt von der schützenden Kraft der aromatischen Kräuter: „Baldrian, Dost und Dill, kann die Hex nicht, wie sie will“. Schon um 800 n. Chr. berichtet das Lorscher Arzneibuch über die ausgleichenden Eigenschaften des Baldrians: „allzu viel Schlaf gleicht er mit Wachen aus, bei übermäßiger Schlaflosigkeit sorgt er für  Schlaft.

Botanisches

Baldrian gehört zur Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae) und wächst auf feuchten, lockeren, mäßig nährstoffreichen Böden, bevorzugt an Fluss- und Bachufern, auf Wiesen und Waldlichtungen. Die Pflanze besitzt ein sehr kurzes, hellgraubraunes dickes Rhizom, stark bewurzelt mit vielen Faserwurzeln. Der charakteristische Baldriangeruch entfaltet sich aus der Wurzelrindenschicht. Die bis 1,50 m hohen runden Stängel tragen auffällig gefiederte Laubblätter. Von Juni bis August betören die schirmartig angeordneten Blutenstände mit vielen kleinen rosaroten Blüten durch ihren intensiven Duft! Die Blüten werden arzneilich nicht genutzt, wohl aber im Biogarten zur Förderung der Blüten- und Fruchtbildung eingesetzt.

Anbau und Ernte

Gut feucht gehalten gedeiht Baldrian auf jedem Boden. Werden die Blütentriebe abgeschnitten, so entwickeln sich kräftige Wurzeln. Erntezeit ist im September/Oktober ab dem zweiten Jahr – das verspricht eine inhaltsstarke Qualität für den beruhigenden Haustee. Die Wurzeln waschen, längs halbieren und zum Trocknen aufhängen; wirkstofferhaltend (unter 40 °C) trocknen.

Wirkungen

Baldrianwurzel verschafft nervösen Menschen ruhige Nächte und aufgeregten Prüflingen klare Konzentration. Das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe beeinflusst die Stoffwechselaktivität der Nervenzellen: Baldrian am Abend fördert die Schlafbereitschaft, verkürzt die Einschlafzeit und verbessert die Schlafqualität, man wacht nachts seltener auf und fühlt sich tagsüber besser; besonders Alterspatienten schlafen besser ein. Vor allem aber wacht man erholt auf – im Gegensatz zum „benebelten“ Aufwachen nach der Einnahme von synthetischen Schlafmitteln! Am Tag eingenommen beruhigt und entkrampft Baldrian, macht aber nicht müde! Er gleicht psychisch aus, steigert den Antrieb sowie das Konzentrations- und Leistungsvermögen, hebt die Stimmung und lässt Stresssymptome besser bewältigen. Auch Lernschwierigkeiten bei Kindern sowie Angstzustände werden positiv beeinflusst, ebenso Wetterfühligkeitssymptome und Abstinenzerscheinungen bei Alkohol- und Opiatentzug.

Medizinische Anwendung: Valerianae radix

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Valerensäuren, instabile Valepotriate, Alkaloidspuren.

Anwendung, innerlich: Nervös bedingte Erregungs- und Unruhezustände, Schlafstörungen, nervöse Herz- und Magenbeschwerden, Lampenfieber und Prüfungsangst, Ängste, Erschöpfung, Lemschwierigkeiten bei nervösen Kindern, Wetterfühligkeit, Reizblase und Bettnässen.

Kommission E: Unruhezustände, nervös bedingte Einschlafstörungen.

Tagesdosis: 10-15 g, Kinder: 2,5 g. Bei akuten Beschwerden die 2- bis 3-fache Tagesdosis. Tinktur: 1/2-1 TL (2-3 ml oder 40-60 Tropfen) ein- bis mehrmals täglich. Baldrian braucht etwa zwei Wochen, um zur vollen Wirksamkeit zu gelangen.

Nebenwirkungen: Bei Überdosierung (nur bei Präparaten möglich, nicht bei Tee)! selten paradoxe Reaktionen (Unruhe, Schlaflosigkeit), vor allem bei älteren Patienten. Gegenanzeigen: Nicht bekannt.

Tee & mehr

Baldriantee
Für eine Tasse 1 EL (5 g) klein geschnittene Wurzeln kalt ansetzen, 1 Stunde lang köcheln und 2-3 Stunden neben der Herdplatte nachziehen lassen – das ist wirkungsvoller als das Überbrühen mit kochendem Wasser. Am besten 11 zubereiten und bei Bedarf erwärmen, mit Honig süßen und genießen. 6 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse trinken, oder akut 2-3 Tassen.

Teemischungen
Tee gegen nervöse Erregung mit Schlafstörungen (Aufguss)
Je 20 g Baldrianwurzel, Hopfenzapfen, Melissenblätter, Lavendelblüten und je 10 g Rosen- und Orangenblüten. 10 Minuten ziehen lassen, 6 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse trinken.

Tee gegen Ängste (Aufguss)
Je 25 g Baldrianwurzel, Johanniskraut, Passionsblumenkraut und Melissenblätter. 10 Minuten ziehen lassen, 6-8 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse trinken.

Weitere Zubereitungen Baldrianberuhigungsbad
100 g kleingeschnittene getrocknete Wurzel mit 2 1 heißem Wasser übergießen, nach 15 Minuten abgießen und den Absud dem Badewasser zugeben; Badedauer 15 Minuten. Anschließend am besten gleich ins vorgewärmte Bett legen.

Baldrianschlafwein
11 trockenen Rotwein mit 100 g gut zerkleinerter Baldrianwurzel auf dem Herd erwärmen (etwa 50°C), dann bei geschlossenem Deckel erkalten lassen und 2-5 EL Honig einrühren. Kühl gestellt 4 Wochen haltbar. Trinken Sie abends ein Likörgläschen.

Hinweis: Baldrian wurde häufig zu niedrig dosiert, und galt deshalb als nicht wirksam oder sogar wach machend.
Die so genannten paradoxen Reaktionen des Baldrians kommen aber durch Unterdosierung zustande: Unter 200 mg (Extraktmenge) regt Baldrian eher an; zum Beruhigen sind 900 mg nötig.

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