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Bauchfellentzündung (Peritonitis)

Von: Christian Skalnik ( mehr) 30/12/2019
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Eine Bauchfellentzündung verursacht sehr starke Schmerzen. Der Bauch ist aufgebläht und stark druckempfindlich. Die Muskeln sind angespannt, die Beine sind oft angewinkelt, um Erleichterung zu verschaffen. Die Atmung ist flach und schnell. Oft bestehen Fieber und Übelkeit.

Wer ist davon betroffen?

Das Bauchfell umschließt im Bauch die inneren Organe wie Leber, Milz, Magen, Darm, Gallenblase und Gebärmutter. Es liegt an der Bauchwand an und bildet so einen Spalt, der die verschiedenen Organe gegeneinander verschiebbar macht. Infektionen können sich hier besonders leichtausbreiten, wenn Erreger erst einmal ihren Weg dorthin gefunden haben. Das kann im Zuge einer entzündlichen Erkrankung der Bauchorgane oder bei Infektionen nach Operationen passieren. Eine Blutvergiftung (s. 577) kann die Folge sein.

Es können aber auch auf dem Blutweg Keime in das Bauchfell gelangen und sich dort vermehren, was bei Kindern häufiger vorkommt als bei Erwachsenen.

Mädchen und Frauen sind etwas häufiger betroffen, denn bei ihnen besteht über die Tuben und die Gebärmutter eine offene Verbindung des Bauchraumes nach außen.

Begünstigende Krankheiten sind:

• Morbus Crohn (s. 796),

• Colitis ulcerosa (s. 590),

• Darmdivertikel (s. 593),

• Gallenblasenentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung (s. 553),

• Blinddarmentzündung (s. 561),

• Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür (s. 770),

• Typhus (s. 931),

• Tuberkulose (s. 930),

• Pneumokokkeninfektionen,

• sehr selten bei Frauen Chlamydieninfekte (s. 587),

• Gonorrhoe (s. 928).

Ist Vorbeugung möglich?

Immer wiederkehrende Beschwerden am Magen sollten ernst genommen werden, damit sie frühzeitig ärztlich untersucht und behandelt werden können.

Besonders wenn schon länger eine Gastritis oder ein Geschwür besteht, sollte bei plötzlich einsetzenden heftigen Bauchschmerzen umgehend ein Krankenhaus aufgesucht oder ein Notarzt gerufen werden.

Was Betroffene selbst tun können

Unbehandelt schreitet die Entzündung schnell voran. Die Erreger gelangen vom Bauchfell leicht ins Blut und führen zu einer allgemeinen Entzündung (Blutvergiftung, S. 577). Ohne ärztliche Intervention endet die Erkrankung tödlich.

Plötzlich einsetzende heftige Bauchschmerzen sind ein Alarmsignal. In solchen Fällen sollte sofort ein Krankenhaus aufgesucht oder ein Notarzt gerufen werden.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Es ist notwendig, die genaue Ursache der Entzündung zu finden. Die Situation ist aber manchmal so dramatisch, dass auf eine definitive Diagnose verzichtet und sofort offen operiert werden muss. Bei dem Eingriff ist die Ursache dann sicher zu erkennen und kann gleich behandelt werden. Die Heilungschancen sind umso größer, je früher die Operation erfolgt.

Operation. 95 Prozent der Fälle erfordern eine sofortige Operation. Je nach Krankheitsursache ist der Umfang der Operation unterschiedlich, immer hat sie aber die Entfernung des entzündeten Gewebes zum Ziel.

Offene Geschwüre des Magens und des Darms werden vernäht, Eiteransammlungen entfernt. Das Bauchfell wird gründlich mit desinfizierenden Lösungen gespült.

Nach der Operation verbleiben Spüldrainagen im Bauch, über die zu einem späteren Zeitpunkt erneut Eiter aus dem Bauchfell abgelassen werden kann. Auch neuerliche Spülungen können über die Drainage vorgenommen werden. Die Schläuche werden entfernt, wenn die Entzündung zum Stillstand gekommen ist.

Antibiotika. Meist werden mehrere Antibiotika kombiniert eingesetzt, um ein möglichst großes Keimspektrum zu erfassen und abzutöten .

Besonders schnell setzt ihre Wirkung ein, wenn die Mittel durch eine Infusion in die Vene verabreicht werden. Auch wenn die Aufnahme über den Darm gestört ist, sind Infusionen vorteilhaft.

Die Heilungschancen sind durch Operation und die Therapie mit Antibiotika gut; sie sind allerdings ganz davon abhängig, ob es gelingt, die Ursache der Entzündung zu beseitigen. Grundsätzlich gilt, dass die Heilungschancen umso größer sind, je früher die Operation erfolgt ist.

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