Help
Favorites list
Login/Register

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Von: Christian Skalnik ( mehr) 31/12/2019
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (5,00)
Loading...
Speichern Drucken

Die ersten Beschwerden – Schmerzen im mittleren Bauchbereich und Verdauungsstörungen – werden oft lange ignoriert. Später kommen Rückenschmerzen und Gewichtsverlust hinzu. Auch eine Gelbsucht kann auftreten.

Wer ist davon betroffen?

Meist wird die Erkrankung zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr entdeckt. Pro Jahr erkrankt einer von 7.000 Menschen daran. Männer sind häufiger betroffen.

Begünstigt wird die Krankheit durch Rauchen. Nichtraucher erkranken wesentlich seltener.

Länger andauernde, oft berufsbedingte chemische Belastungen erhöhen das Bauchspeicheldrüsenkrebsrisiko (Beta-Naphtylamin, Benzidin, Benzol, DDT, Ethylen).

Nach chronischen Bauchspeichelentzündungen (S. 553) oder Gallenblasenentzündungen sowie nach Magenoperationen tritt die Krankheit etwas häufiger auf.

Erhöhter Fett-, Fleisch- und Alkoholkonsum wird mit einem erhöhten Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken, in Verbindung gebracht.

Ein etwas erhöhtes Risiko besteht, wenn nahe Verwandte daran erkrankt sind. Die genaue Rolle, die die Vererbung dabei spielt, ist aber noch nicht geklärt.

Ist Vorbeugung möglich?

Die wichtigste Maßnahme, um das Krebsrisiko zu senken, besteht darin, nicht zu rauchen bzw. das Rauchen aufzugeben (S. 292).

Eine Kost, die reich an Gemüse und Obst ist und dem Bedarf angepasst ist, beugt einer Erkrankung vor (S. 156).

Auch regelmäßige Bewegung (S. 16) reduziert das Krebsrisiko.

Was Betroffene selber tun können

Es sind bisher keine speziellen Selbsthilfemaßnahmen bekannt, die nachweislich wirksam sind. Bewegung fördert bei allen Krebserkrankungen die Lebensqualität. Um mit den neuen Lebensumständen besser fertig zu werden, kann man psychoonkologische Unterstützung suchen (Krebs, S. 403).

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Da Bauchspeicheldrüsenkrebs lange keine Beschwerden verursacht, ist die Erkrankung zum Zeitpunkt der Diagnose oft schon fortgeschritten. Es ist dann fraglich, ob eine komplette Operation noch möglich ist. Um Gewissheit zu erlangen wird manchmal eine »diagnostische Operation« zur Feststellung des Gewebsbefundes empfohlen, bei der auch geklärt werden kann, ob eine Totaloperation möglich ist.

Operation. Hat sich der Tumornoch nicht zu weit ausgebreitet, kann er operativ vollständig entfernt werden. Dabei handelt es sich meist um sehr große Eingriffe, bei denen – je nach Lage des Tumors – Teile des Magens, die Gallenblase, der Zwölffingerdarm und eventuell auch die Milz sowie Lymphknoten mitentfernt werden. Dementsprechend sind nach der Operation Verdauungsbeschwerden in unterschiedlichem Ausmaß zu erwarten (Verdauung, S. 434).

Insulin. Nach einer teilweisen oder kompletten Entfernung der Bauchspeicheldrüse kommt es zu einem Insulinmangel und damit zu Diabetes (S. 603). Die Betroffenen müssen daher, wie andere Zuckerkranke auch, Insulin spritzen.

Kombinierte Strahlen- und Chemotherapie. Hat sich der Tumor schon zu weit ausgebreitet, ist eine Operation nicht sinnvoll. Es werden dann eher eine Strahlentherapie und eine Chemotherapie empfohlen, um den Tumor zurückzubilden. In wenigen Fällen kann danach doch operiert und der Tumor entfernt werden.

Die palliative Chemotherapie (S. 407) hat Ansprechraten unter 50 Prozent, sodass die Entscheidung dazu individuell getroffen werden sollte. Dabei wird versucht einzuschätzen, ob der oder die Betroffene Chancen hat, von der Chemotherapie zu profitieren.

Palliative Maßnahmen. Treten in einem fortgeschrittenen Stadium Schmerzen auf, ist eine gut angepasste Schmerztherapie (S. 417) sinnvoll.

Verschließt der Tumor die Gallengänge, entsteht Gelbsucht. Mit einem Endoskop kann über den Darm ein Plastikröhrchen oder ein Metallnetz (Stent) an die verengte Stelle gebracht werden, damit die Gallengänge wieder durchgängig werden.

Starke Schmerzen bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs kommen oft dadurch zustande, dass der Tumor auf Nervengeflechte drückt. Diese Schmerzen können mit einer so genannten Cöliacusblockade behandelt werden. Dabei wird eine hochprozentige Äthanollösung in das Gewebe gespritzt, in dem sich zahlreiche Nerven befinden, die den Schmerzreiz weiterleiten. Durch diese Injektion werden die Nerven lahm gelegt und können folglich die Reize nicht weiterleiten. Dadurch wird der Schmerz gelindert.

Comment:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.