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Bindehautentzündung: Anzeichen, Ursachen und Behandlung

Von: Chưa được phân loại 11/03/2019
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Auf jede Art von Reizung kann die Bindehaut mit einer Entzündung (Konjunktivitis) reagieren. In deren Folge schwellen ihre Blutgefäße an. Sie werden dann als feine rote Linien sichtbar, die das Weiße des Auges durchziehen.

Anzeichen und Beschwerden

Bei einer Bindehautentzündung werden die Augen rot, sie brennen, tränen und manchmal jucken sie. Wenn die Bindehaut anschwillt, werden die Augen „dick”. Die entzündeten Augen sondern Sekrete ab. Diese können wässrig, dickflüssig, cremig, weißlich oder gelblich sein. Die Augenlider sind häufig „verklebt”, sie sind nur schwer zu öffnen, oft besteht eine Lichtscheu.

Ursachen

Eine Bindehautentzündung hat meistens unspezifische Ursachen: Fremdkörper, wie ein Sandkorn oder eine Fliege, sind ins Auge geraten; die Augen wurden durch Rauch, Wind oder die intensive Einwirkung von UV-Licht gereizt oder durch Chemikalien wie das Chlor in Schwimmbädern und das Ozon des Sommersmogs. Die Ursache kann auch in einer ungenügend korrigierten Fehlsichtigkeit liegen.

Eine Bindehautentzündung kann auch auf einer Allergie beruhen (allergische Bindehautentzündung Seite 395) oder sie kann andere Allergien, wie zum Beispiel einen allergischen Schnupfen (Seite 396), begleiten.
Bakterien oder Viren können ebenfalls eine Bindehautentzündung verursachen.

Viele Viruserkrankungen, die den ganzen Körper betreffen, wie eine Erkältung und Masern, sind von einer Bindehautentzündung begleitet.

Vorbeugung

Tragen Sie bei Sonnenschein, im Solarium und beim Schwimmen eine Sonnen- oder Schutzbrille.
Lassen Sie einmal jährlich überprüfen, ob Ihre Brille beziehungsweise Kontaktlinsen noch die richtige Korrektur haben.

Frauen, die zu Bindehautentzündungen neigen, sollten auf Augen-Make-up verzichten. Besonders Grüntöne reizen oft die Augen. Manchmal genügt es auch, die Liste der Inhaltsstoffe zu studieren und ein anderes Produkt zu wählen: Konservierungsmittelfreie Produkte bereiten seltener Probleme.

Allgemeine Maßnahmen

Eine Kompresse mit kaltem Wasser, die auf die Augen aufgelegt wird, lindert die Beschwerden. Das gilt besonders für Kinder mit verklebten Augenlidern. Verwenden Sie keine Kamillen- oder ähnliche Kräuteraufgüsse; sie könnten eine Allergie begünstigen. Wenn Sie vermuten, dass Ihnen ein Fremdkörper ins Auge geraten ist, kann ein Augenbad helfen.

Wann zum Arzt?

Viele, auch schwerwiegende Erkrankungen der Augen können mit Erscheinungen wie bei einer Bindehautentzündung einhergehen. Für Laien ist es kaum möglich, die Symptome und Beschwerden zweifelsfrei einer Ursache zuzuordnen. Nur wenn Sie sicher sind, dass Ihre Augenbeschwerden auf eine der beschriebenen, harmlosen Ursachen zurückgehen, dürfen Sie eine Bindehautentzündung für kurze Zeit ohne ärztlichen Rat behandeln.

Eine Augenarztpraxis sollten Sie unbedingt aufsuchen, wenn zu den Augenbeschwerden noch Schmerzen hinzukommen, Ihre Sehfähigkeit sich verschlechtert oder Sie fliegende schwarze Punkte oder Flusen vor den Augen sehen.

Wenn Sie bereits aus anderen Gründen Augentropfen anwenden müssen, sollten Sie eine zusätzlich hinzukommende Bindehautentzündung nicht eigenmächtig behandeln.

Auch eine Augenentzündung, die durch Bakterien oder Viren bedingt ist, muss ausnahmslos ärztlich behandelt werden. Wie der Arzt eine solche Entzündung behandeln kann, können Sie im HANDBUCH MEDIKAMENTE der STIFTUNG WARENTEST nachlesen.

Die hier besprochenen Augentropfen sollten Sie nicht länger als zwei bis drei Tage anwenden. Sind die Beschwerden nach dieser Zeit noch nicht abgeklungen, müssen Sie einen Augenarzt aufsuchen.

Bei Kindern
Die Behandlung von entzündeten Augen bei Säuglingen und Kleinkindern gehört immer in die Hand des Arztes.

Behandlung mit Medikamenten

Zwei bis drei Tage lang können Sie ohne ärztlichen Rat eine Augenreizung mit Mitteln behandeln, die so genannte Alpha-Sympathomimetika enthalten. Sie lindern die Beschwerden der Reizung. Nach fünf Tagen sollten Sie die Anwendung in jedem Fall beenden – auch dann, wenn der Beipackzettel eine längere Anwendungszeit angibt. Bei längerem Gebrauch können diese Medikamente die Schleimhaut der Augen austrocknen und selbst eine Bindehautentzündung hervorrufen.

Aus der Gruppe der Alpha-Sympathomimetika sind jene Wirkstoffe zu bevorzugen, die längere Zeit wirken: Naphazolin, Tetryzolin und Tramazolin. In dieser Reihenfolge nimmt ihre Wirkdauer ab. Die vierte Substanz aus dieser Reihe, Phenylephrin, wirkt nur 30 bis 90 Minuten lang.

Vorzuziehen sind Augentropfen ohne Konservierungsmittel (Seite 120). Auch der Wirkstoff Bibrocathol kann bei Augenreizungen erfolgreich eingesetzt werden. Er steht allerdings nur als Augensalbe zur Verfügung. Da man nach deren Anwendung durch den Salbenfilm längere Zeit verschwommen sieht, sind Augenmittel mit Bibrocathol bei einer Bindehautentzündung nicht die erste Wahl. Das ist anders, wenn eine Entzündung am Lidrand, wie ein Gerstenkorn, behandelt werden soll, bei der die Salbe nur an den Lidrand gestrichen wird.

Nur eingeschränkt empfehlenswert sind Augentropfen mit Salizylsäure, da ihre therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist. Auch Augenwasser mit Zinksulfat ist nur eingeschränkt geeignet, weil es bestenfalls etwas gefäßzusammenziehend wirkt.

Die Kombinationsmittel Ophtopur-N mit den Wirk-stoffen Naphazolin + Zinkborat und DuraUltra mit Naphazolin + Actinoquinol + Vitamin A sind wenig geeignet, um eine unspezifische Bindehautentzündung zu behandeln.

Ebenfalls wenig geeignet sind Augentropfen, in denen Wirkstoffe aus den beiden Substanzgruppen Alpha-Sympathomimetikum + Antihistaminikum kombiniert sind. Mit einem so genannten Antihistaminikum können allergische Erscheinungen behandelt werden. Ist die Bindehautentzündung jedoch unspezifischer Art, sind sie nicht angebracht.

Hinweise für Augenmittel

Anwendung
Die meisten Menschen schließen unwillkürlich die Augen, wenn ein Gegenstand nah an die Augen gebracht wird. Das Eintropfen gelingt am besten, wenn Sie nach oben schauen, mit der einen Hand das Unterlid ein wenig herunterziehen und mit der anderen den Tropfen von schräg oben in die im Unterlid entstandene „Tasche” geben. Auf die gleiche Weise lässt sich Salbe ins Auge bringen. Wenn Sie danach die Lider schließen und mit den Augen rollen, verteilt sich das Mittel gleichmäßig. Außerdem wirkt es länger auf die Augengewebe ein, wenn Sie die Augen nicht sofort wieder öffnen.

Es genügt, wenn Sie einen einzigen Tropfen ins Auge bringen. Schon dieser hat fast das doppelte Volumen der Tränenflüssigkeit, die das Auge fasst. Ein Überschuss des Augenmedikaments würde über die Wange laufen, aber auch durch die Nase abfließen. Auf diesem Weg gelangt das Arzneimittel dann in den Kreislauf und kann seine Wirkung im ganzen Körper entfalten.

Achten Sie darauf, dass weder der Tropfansatz noch die Tülle der Salbentube das Auge berühren. Sonst geben Sie möglicherweise mit jeder Anwendung des Medikaments Krankheitserreger weiter. Aus dem gleichen Grund sollten Augenmedikamente auch nicht von mehreren Personen benutzt werden.

Bei Kindern
Einem unruhigen Kind verabreichen Sie Augentropfen am besten, indem Sie es hinlegen und das Mittel in den inneren Lidwinkel tropfen. Selbst wenn das Kind die Augen schließt und der Tropfen auf das Lid fällt, gelangt beim Öffnen der Augen noch genug von dem Medikament auf die Horn- und Bindehaut. Vor allem Kleinkinder sind nach einer Mahlzeit ruhiger, sodass das Eintropfen dann leichter gelingt.

Zur Verkehrstüchtigkeit
Nach dem Eintropfen können Sie fünf bis zehn Minuten schlechter sehen. Mindestens eine halbe Stunde lang sehen Sie verschwommen, wenn Sie eine Salbe ins Auge gestrichen haben. In dieser Zeit dürfen Sie keine Fahrzeuge lenken, keine Maschinen bedienen und keine Arbeiten ohne sicheren Halt verrichten.

Bei Kontaktlinsen
Entfernen Sie harte Linsen vor dem Einbringen des Medikaments und setzen Sie sie frühestens nach einer Viertelstunde wieder ein.

Auf weiche Kontaktlinsen sollten Sie möglichst verzichten, wenn Sie wirkstoffhaltige Augentropfen anwenden. Das Medikament kann sich in den relativ großen Poren der Linsen einlagern und wird von dem Kunststoff „festgehalten”. So bleibt es erheblich länger am Auge als erwünscht. Damit steigt das Risiko von Reizungen und anderen unerwünschten Wirkungen.

Bei Augenmitteln, die Sie lange Zeit anwenden müssen, können die Konservierungsmittel Probleme bereiten. Das Risiko steigt, wenn Sie Kontaktlinsen tragen. Darum sollten Sie bei einer Langzeittherapie nur unkonservierte Produkte verwenden – selbst wenn Ihre Kontaktlinsen aus stabilem Material sind. Solange Sie eine Augensalbe anwenden, sollten Sie auf das Tragen von Kontaktlinsen verzichten.

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