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Birke

Von: Chưa được phân loại ( mehr) 20/01/2019
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Geschichte

Wie kein anderer Baum verkörpert die Birke Leichtigkeit, Anmut und Schönheit; sie ist das Symbol des wiedererwachenden Lebens, des Frühlings und der Jugendlichkeit. Dieser Baum ist zu jeder Jahreszeit schön: Wenn die ersten zarten Blättchen vor dem weißen Rindensatin leuchten, wenn im Sommer das satte Grün Schatten spendet, wenn im Herbst das Blattgold leuchtet und wenn im Winter die raureifbekränzten Äste den winterweißen Stamm zieren.

Betula ist ein Baum der indogermanischen Völker, den Römern und Griechen war sie unbekannt. Mit ihrem weißborkigen Stamm hatte sie sich schon kurz nach der Eiszeit im Norden angesiedelt. Sie kann durch ihre luftgepolsterte Rinde eisiger Kälte trotzen und war einer der ersten Bäume, die nach dem Abschmelzen der Eiszeitgletscher das freigewordene Land besiedelten. Die Kelten sahen in ihr „Brigit“, die Lichtgebärerin, die die Tage im Februar wieder länger und lichtvoller werden lässt, denn sie hellt die dunkle Einsamkeit und die Schwere des kalten Nordens auf. Während die Natur scheinbar noch in kalter Winterstarre verharrt, bereitet sich die Birke in ihrem Inneren auf den Neubeginn vor und lässt die Säfte steigen. Das feiern die Menschen heute noch am 2. Februar als „Maria Lichtmess“.

Die Druiden machten die Birke („Beth“) zum ersten Buchstaben ihres Baumalphabets und zum ersten Monat des Baumkalenders, auch im Europa der Antike galt die Birke als Baum des Lernens und der Weisheit. Birkenrinde kann als Baumpapier verwendet werden: Schon die vedischen Seher schrieben ihre Visionen auf Birkenrinde nieder. Hieronymus Bock belegte um 1500 urkundlich, dass Birkenrinde zum Schreiben diente, und bis zum Ende des ersten Weltkriegs verwendeten deutsche Soldaten Birkenrinde und schriebendarauf hoffnungsvolle Grüße in die Heimat.

Den Steinzeitmenschen gab dieser  Baum Überlebenshilfe: Sie nutzten die zarte weiße Innenrinde, das Kambium, als Vitamin-C-reiche Nahrung, heute „Trapperspaghetti“ genannt. Sie stellten aus der geschmeidigen, wasserundurchlässigen Birkenrinde Schuhe, Kleidung, Matten und Behältnisse her, rollten Fackeln daraus und gerbten mit der gerbstoffhaltigen Rinde Tierhäute zu Lederstücken. Die Felle wurden mit dem so genannten Juchtenöl behandelt und rochen wunderbar. Juchtenöl wird durch Destillieren der jungen Birkenzweige gewonnen, die Harzdrüsen mit dem „Birkenkampfer“ enthalten und den feinen Duft freisetzen. Einen Birkenrindenköcher trug auch „Ötzi“, der „tiefgefrorene“ Steinzeitmensch aus dem Ötztal, vor etwa 5300 Jahren. Naturvölker bauten ultraleichte Kanus, fertigten Bedachungen mit Birkenschindeln an und schützten sich damit vor Wind und Wetter. Der älteste Kaugummi der Weltgeschichte besteht aus einem 9000 Jahre alten Stück Birkenharz mit dem Zahnabdruck eines Steinzeitmenschen. Der Grundstoff dazu, das Birkenharz, enthält antibiotische und teilweise berauschende Substanzen.

Naturvölker jener Zeiten zapften die Birkenstämme an, um einen Teil des reichlich fließenden Birkensaftes zu gewinnen. Er schmeckt wie edles, leicht süßes Quellwasser, mild und weich. Sie tranken den zuckerhaltigen Saft als Stärkungsmittel oder ließen ihn gären: Bis ins 14. Jahrhundert hinein reichen die schriftlichen Ausführungen über Birkenwein, und in manchen Gegenden Russlands ist es bis heute üblich, dieses wohlschmeckende Gebräu herzustellen. Lonicerus schreibt darüber in seinem Kräuterbuch: „Der süsse Saft so im Lentzen auß der Bircke gesamlet wirt getruncken, sol sehr gut sein wider Stein und gelsucht. Dieser saft für sich gebraucht und zuvor destilliert heilt die Fäule des Munds und Flecken der Haut“. Birkensaft kann mit Gewürznelken (oder Nelkenwurz) und etwas Zimt etwa eine Woche lang haltbar gemacht werden. In modernen Zeiten friert man das kostbare Nass als kleine Eiswürfel ein. Es ist heutzutage nicht mehr gestattet, Birkensaft von in der freien Natur stehenden Bäumen anzuzapfen.Zu viele Bäume wurden unsachgemäß angezapft oder die Wunde nicht entsprechend verschlossen, so dass die Bäume ausbluteten und krank wurden. Nur wer einen eigenen Garten mit Birken besitzt, kann auch heute noch in den Genuss dieses köstlichen Baumgetränkes gelangen. Dafür müssen die Bäume in 1 m Höhe einen Stammesdurchmesser von 20-30 cm aufweisen. Auf dieser Höhe wird dann der Stamm 2-5 cm tief und nicht mehr als 0,5 cm breit angebohrt und in das Loch ein Glasrohr, ein hohler Holunderzweig oder ein stabiler Strohhalm gesteckt. Der auslaufende Saft wird in einem Glasgefäß aufgefangen, und nach der Saftentnahme (nicht mehr als 2 bis 3 l!) das Loch wieder behutsam und sorgfältig mit Baumwachs verschlossen. Diese Prozedur maximal alle zwei Jahre durchführen. Birkenblut, wie es auch genannt wird, kann zur Frühjahrskur drei Wochen lang täglich frisch getrunken werden (1 EL/Tag). Es ist auch in der Kosmetik wirksam, besonders als erfrischendes Gesichtstonikum oder gegen Haarausfall und fette, schuppige Haare.

Botanisches

Die Birke ist ein Pionierbaum, der sich schon kurz nach der Eiszeit auf der baumlosen Moorlandschaft im Norden angesiedelt hatte. Sie gehört wie der Haselstrauch zurFamilie der Birkengewächse (Betulaceae) und gedeiht auf Waldlichtungen oder in lichten Wäldern, auf Brachflächen, Halden und auf feuchten Moorböden. Das kräftige flache Wurzelwerk entzieht der oberen Bodenschicht Nährstoffe und Feuchtigkeit, deshalb stellt sich in ihrer Nähe keine reichhaltige Flora ein. Die Birke geht verschwenderisch mit ihren Pollen um, das bekommen vor allem Pollenallergiker zu spüren: Die walzenförmigen männlichen Kätzchen schütten von März bis April Myriaden von goldgelben Blütenpollen aus. Die rauten- oder herzförmigen Blätter sind drüsig punktiert, mit scharfem, doppelt gesägtem Blattrand.

Ernte

Arzneilich genutzt werden die Blätter der Hänge-Birke und der Moor-Birke. Die Zweige der Hänge-Birke hängen herab, ihre Blätter weisen rhombische Formen auf. Die Moor-Birke ist an abstehenden oder aufwärts gerichteten Zweigen und herzförmigen Blättern zu erkennen. Ernten Sie im April bis Mai Birkenblätter und -knospen, breiten Sie diese in dünner Schicht auf einem Leinentuch aus und trocknen Sie alles im Schatten.

Wirkungen

Mit ihren harntreibenden und entzündungshemmenden Flavonoiden regen die Blätter des „Nierenbaums“ die Nierenfunktion an und führen zu einer vermehrten Wasser- und Salzausscheidung. Heilpflanzen wie Birkenblätter, die zu einer vermehrten Harnausscheidung führen, werden als „Durchspülungsmittel“ für die Harnwege eingesetzt: bei immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten, bei Reizblase und zur Vorbeugung von Harnsteinen. Der verdünnte Harn und die verkürzte Verweil- das verhindern eine Vermehrung der Keime und erleichtern dadurch die Ausscheidung von führen zu einer vermehrten Wasser- und Salzausscheidung. Heilpflanzen wie Birkenblätter, die zu einer vermehrten Harnausscheidung führen, werden als „Durchspülungsmittel“ für die Harnwege eingesetzt: bei immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten, bei Reizblase und zur Vorbeugung von Harnsteinen. Der verdünnte Harn und die verkürzte Verweil- das verhindern eine Vermehrung der Keime und erleichtern dadurch die Ausscheidung von Keimen und von Harngrieß. Birkenblätter regen den Stoffwechsel an und unterstützen die Entgiftung – diese Wirkung nennt man im Volksmund „blutreinigend“. Bei der Frühjahrskur sollen die „Schlacken“ (Stoffwechselendprodukte), die sich im Laufe des Winters im Körper angesammelt haben, entfernt werden. Dadurch bessern sich rheumatische Beschwerden und Hautleiden, denn durch das Trinken von harntreibenden Stoffwechseltees werden körpereigene Entgiftungsfunktionen angeregt, im Bindegewebe abgelagerte Stoffwechselendprodukte und Toxine mobilisiert und über die Nieren ausgeschieden.

Medizinische Anwendung: Betulae folium

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Saponine, wenig ätherisches Öl, Harze, Gerb- und Bitterstoffe, Salicylate, Ascorbinsäure und Mineralien wie Kalium und Kalzium.

Anwendung, innerlich: Durchspülungstherapie bei bakteriellen, funktionellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege, zur Verhütung von Hamsteinbildung, bei Nierengrieß, zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Erkrankungen und Hautleiden und für die stoffwechselfördemde Frühjahrskur.

Äußerlich bei Haarausfall und Schuppen.

Tagesdosis: 6-10 g Blätter.

Kommission E: Durchspülungstherapie bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß. Zur unterstützenden Behandlung bei rheumatischen Beschwerden.

Nebenwirkungen: Nicht bekannt. Gegenanzeigen: BeiWasseransammlungen im Gewebe (Ödeme) durch eingeschränkte Herztätigkeit darf Birkentee nicht angewandt werden.

Hinweis: Bei einer Durchspülungstherapie ist auf reichliche zusätzliche Flüssigkeitszufuhr zu achten, um die gelösten Giftstoffe auch in Lösung bringen und ausscheiden zu können. Das heißt, zusätzlich zu den 3-5 Tassen Birkenblättertee pro Tag etwa 2 1 dünne Flüssigkeit trinken (verdünnte Gemüse- oder Obstsäfte, dünne Brühen oder heißes Wasser).

Tee & mehr

Birkenblättertee

1 EL (2 g) Birkenblätter mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrühen, 15 Minuten ziehen lassen und abgießen. Trinken Sie 3 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse ungesüßt nach den Mahlzeiten.

Tee zur äußeren Anwendung

Den Tee können Sie äußerlich einsetzen, zu Waschungen oder als Teilbadezusatz bei Hautausschlägen oder Fußschweiß.

TeemischungenTee zur Frühjahrskur (Aufguss)

Je 20 g Blätter von Birke, Brennnessel, Löwenzahn, Hohlzahn und Gänseblümchen. 15 Minuten ziehen lassen. 3 bis maximal 10 Wochen lang 3-mal täglich 1 Tasse trinken.

Weitere Zubereitungen Baumsalat

Knospen und junge Blätter der Birke bereichern geschmackvoll den Salat im Frühjahr. Gießen Sie ein mildes zartes Dressing über junge Blätter von Birken, Linden und Löwenzahn, Weißdornknospen, junge Buchenkeimlinge sowie etwas Chicoree und Ackersalat. Junge Birkenblätter machen sich auch gut mit Quark und ergeben, wenn Sie mit Zitrone und etwas Honig würzen, eine unglaublich feine und vitaminreiche Speise!

Birkenknospenauszug

1 EL frisch gesammelte Birkenknospen im Mörser zerstoßen und mit 1 Tasse Wasser zum Kochen bringen, 15 Minuten ziehen lassen und abgießen. Diesen Sud verwenden Sie als Hautlotion, oder Sie tränken damit eine Kompresse und legen sie auf die betroffene Stelle. Birkenknospen wirken zuammenziehend, wundheilungsfördernd und zugleich antibakteriell, deshalb eignet sich dieser Auszug gut bei Hautunreinheiten, Akne oder bei schlecht heilenden Wunden.

Birkenhaarwasser

2 Handvoll junge Birkenblätter mit je 2 EL Brennnesselblättern und -wurzeln und je 1 EL Kapuzinerkresseblüten, -blättern und Rosmarinblättern mischen. Schneiden Sie die Kräuter klein, füllen Sie sie in ein großes Weißglas und übergießen Sie sie bis an den Rand mit einer Mischung aus 500 ml Essig und 500 ml Korn (38%ig). Lassen Sie den Sud3 Wochen lang stehen, gießen ihn danach ab und reiben mit der Mischung regelmäßig die Kopfhaut ein, das fördert gesunden Haarwuchs.

Feuerholz für Stadtindianerinnen

Birkenholz brennt ausgezeichnet, mit heller Flamme und ohne Rußbildung, das macht sich im Kamin gut. Es brennt selbst in frischem, feuchtem Zustand, das gelingt bei keiner anderen Holzart und gilt daher als Geheimtipp für alle, die bei nassem Wetter ein Feuer in Gang bringen wollen! Dieses „Wunder“ bringen der im Holz eingelagerte Birkenteer und die ätherischen Öle zustande, die leicht entflammbar sind.

Neues Wissen

Amerikanische Forscher des nationalen Krebsforschungsinstituts in Bethesda/USA entdeckten, dass Betulinsäure, eine Substanz aus der Birkenrinde, Krebszellen zerstören kann, und zwar speziell die des gefährlichen schwarzen Hautkrebses (Melanom). Das führte zur Entwicklung einer hautschützenden Birkencreme (Apotheke) . Aus Birkenholz wird außerdem Xylit gewonnen, ein Zuckeraustauschstoff mit der gleichen Süßkraft wie Saccharose, bei nur 2,4 kcal/g. Xylit wird von den Mundbakterien nicht fermentiert, bildet dadurch keine Säure und demineralisiert den Zahnschmelz nicht, sondern reduziert dafür das Wachstum der Plaque und Karies bildenden Bakterien.

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