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Erkrankung Der Netzhautmitte (Makuladegeneration): Ursachen, Selbsthilfe und Behandlung

Von: Ursel Bühring 15/01/2019
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Beschwerden

Schrittweise verliert man nacheinander oder gleichzeitig an beiden Augen die Fähigkeit, scharf zu sehen. Das bleibt von den Betroffenen oft lange Zeit unbemerkt, bis man nicht mehr lesen kann. In der Dämmerung sieht man besser.

Ursachen

Ererbte Veranlagung; Arteriosklerose; Kreislauferkrankungen; Stoffwechselstörungen; hohe Blutfett werte; Diabetes.

Erkrankungsrisiko

Jeder Zwanzigste muss damit rechnen, dass ab etwa dem 60. Lebensjahr die Stelle des schärfsten Sehens abbaut und er an Sehschärfe verliert.

Mögliche Folgen und Komplikationen

Das Scharfsehen lässt mit der Zeit immer mehr nach. Sie werden jedoch den blauen Himmel und das Grün der Landschaft immer sehen.

Bei der trockenen Makuladegeneration bleiben die Randbereiche des Gesichtsfelds sehtüchtig. Deshalb kann man sich recht gut orientieren und ein normales Leben führen.

Vorbeugung

Nach dem vierzigsten Lebensjahr sollte mindestens alle zwei Jahre regelmäßig eine augenärztliche Kontrolle durchgeführt werden.

Wann zur Ärztin oder zum Arzt?

Sobald Sie in der Mitte des Gesehenen einen unscharfen Fleck bemerken, der sich mit der Zeit vergrößert, oder Linien verzerrt erscheinen.

Selbsthilfe

• Unbedingt das Rauchen einstellen, Alkohol nur maßvoll genießen.
• Gesunde Ernährung, Seite 231.
• Entspannende Nacht- und Mittagsruhe.
• Kreislauftraining durch regelmäßige Bewegung (Seite 221).

Behandlung

Eine Heilung der Krankheit gibt es nicht. Der Nachweis, dass durchblutungsfördernde Mittel zur besseren Ernährung der Makula führen, steht noch aus. Bei bestehender Makuladegeneration werden neuerdings luteinhaltige Medikamente (z. B. Lutamax [D/Ö], Occuvite [D/Ö], Vitalux [D/Ö]) empfohlen, da in manchen Fällen das Fortschreiten der Erkrankung dadurch verzögert werden kann.

Neuerdings wird eine Behandlung mit dem Medikament Triamcinolon versucht. Dabei wird das Mittel direkt ins Auge gespritzt. Diese Therapie ist nur in bestimmten Fällen sinnvoll. Langzeiterfahrungen gibt es noch nicht.

Bei der seltenen feuchten Makuladegeneration können Gefäßneubildungen am Rande der Makula mit Laserstrahlen behandelt werden. Das beugt Blutungen vor. Diese Behandlung ist schmerzlos und geschieht ambulant ohne Narkose. Sie sollte von darin erfahrenen Ärzten in einer Klinik durchgeführt werden. Das Sehen wird durch den Eingriff nur selten verbessert.

Neu ist für eine Untergruppe der feuchten Makuladegeneration der Einsatz der Photodynamischen Therapie (PDT). Dabei wird ein Medikament (Visudyne) gespritzt und die betroffene Stelle der Makula mit einem speziellen Laser bestrahlt. Diese Behandlung kann der Mehrheit der Behandelten helfen und die Sehleistung verbessern.

Chirurgische Maßnahmen werden erst erprobt.

Sehhilfen
Für das Sehen in der Ferne gibt es keine verbessernde Hilfe. Eine stärkere Lesebrille bringt zwar ein größeres Netzhautbild, aber das Lesen in der dann notwendigen kurzen Entfernung ist sehr ermüdend. Außerdem wird nicht nur die Schrift, sondern auch der Ausfall im Gesichtsfeld mit vergrößert.

Die richtige Sehhilfe, wie z. B. eine Lupenbrillebzw. Bifokälupenbrille, die bis zum Vierfachen vergrößern kann, muss individuell angepasst werden. Seriöse Optiker bieten Geräte zum Ausprobieren an, mit denen Sie zu Hause in Ruhe testen können, ob sich Ihre Sehfähigkeit verbessert.

In seltenen Fällen kann ein Fernsehlesegerät die Lesefähigkeit verbessern. Es besteht aus einer kleinen Kamera, die die Lesenden selbst über den Text führen können und die das Bild auf einem Bildschirm bis zum 25-fachen vergrößert.

Wird augenärztlich bestätigt, dass die Erkrankung so langsam voranschreitet, dass das Gerät voraussichtlich lange eine Elilfe sein kann, übernehmen die meisten Krankenkassen in Deutschland und Österreich einen Teil der Kosten.

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