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Kohl (Gemüsekohl)

Von: Ursel Bühring 31/12/2017
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Geschichte

In der Antike war Kohl ein überaus geschätztes Heil- und Nahrungsmittel und im Mittelalter durfte er in keinem Garten fehlen; „Kohlgärtlein“ wurden damals die Gemüsegärten genannt. Kohl als Sauerkraut war schon bei Kapitän Cook das wichtigste Antiskorbutmittel und damit für die Seefahrer lebensrettend. Inzwischen belegen zahlreiche Studien die Heilkraft der Kohlgewächse.

Botanisches

Kohl ist ein Thema mit Variationen: Ob Weißkohl, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Rosen- oder Grünkohl – sie alle stammen von der Wildform Brassica oleracea subsp. oleracea ab und gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Gemeinsames Kennzeichen sind die relativ großen Blätter und ihre schön duftenden Blüten mit 4 Kronblättern.

Anbau und Ernte

Alle Kohlsorten, außer Kohlrabi, der anspruchsloser ist, brauchen für ein gutes Wachstum fruchtbaren Boden, mit reichlich Kompost oder gut verrottetem Mist aufgebessert und wohldosierten Gaben von Brennnesseljauche während der Wachstumsperiode. Bei einer ausgeklügelten Fruchtfolge können Sie von Mai (bei früher Aussaat Brokkoli und Kohlrabi) über den Sommer (Blumenkohl und frühe Kopfkohlsorten) bis in den Winter hinein ernten. Rosenkohl und Grünkohl brauchen Frost, um geschmacklich zur vollen Reife zu gelangen. Säen Sie im März oder setzen Sie ab April Jungpflänzchen aus.

Wirkungen

Alle Kohlarten enthalten reichlich Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe. Das sind gesundheitsfördernde Substanzen, die als „Antikrebssubstanzen“ gelten. Sie aktivieren in der Zelle Entgiftungsenzyme und schützen vor Schadstoffen. Die moderne Ernährungsmedizin rät deshalb, den ausgesprochen gesunden Kohl regelmäßig zu essen, als eine Art natürlicher Krebsverhütung. In Brokkolisprossen sind übrigens die meisten antikanzerogenen Stoffe enthalten – die können Sie selbst hersteilen!

Kohl stärkt die Abwehrkräfte und wirkt gegen Erschöpfung. Roh gegessen lassen Kohlgerichte oder Frischpflanzenpresssaft auch entzündete Magenschleimhäute genesen und mildern Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre und Sodbrennen, auch während der Schwangerschaft: „Anti-Ulkus-Stoffe“ regen die Schleimhautzellen an, eine dünne Schleimbarriere als eine Art Schutzschild gegen den Säureangriff aufzubauen: 2-4 Wochen lang ¼ l Weißkohlsaft täglich trinken.

Äußerlich aufgelegt besitzt der „schwefelige“ Kohl die erstaunliehe Fähigkeit, Giftstoffe und Eiter über die Haut abzuleiten, zu desinfizieren und Entzündungen zum Abklingen zu bringen. Ein „Kohlwickel“ auf die betroffene Hautstelle (Arthrose, Wunde) aufgelegt, regt die Flüssigkeitsabsonderung von tiefer liegendem oder benachbartem, krankem Gewebe an. Das verbessert die Situation um die Gelenke, fördert die Durchblutung der Umgebung und sorgt für eine verbesserte Stoffwechsellage. Außerdem wirken Kohlauflagen Schmerz- und Verspannungszuständen entgegen, das nutzt man bei entzündlichen oder eitrigen Hauterkrankungen, rheumatischen oder Gelenkschmerzen.

Medizinische Anwendung

Inhaltsstoffe: Senfölglykoside, Mineralien und Spurenelemente (Eisen, Schwefel, Natrium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Zink), Vitamine B1; B2, C, Karotin, „Anti-Ulkus-Faktor“ (Gefamat), Harze, sekundäre Pflanzenstoffe („Antikrebssubstanzen“ wie Sulforafane, Karotinoide, Flavonoide, Glukosinulate, Phenolsäuren, Sulfide).

Anwendung, innerlich: Zur Gesunderhaltung und Krebsvorbeugung (4-wöchige Kohlkur: 3-mal pro Woche ein gekochtes Kohlgericht und Kohl als Rohkostsalat), bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Äußerlich: Bei Gelenkschmerzen und rheumatischen Beschwerden, Ekzemen, Akne, Nagelgeschwür (Panaritium), Abszessen, die nach außen abzuleiten sind.

Kommission E: Keine Monographie vorhanden da Kohl ein Lebensmittel ist.

Tagesdosis: ¼ l Weißkohlsaft 4 Wochen lang einnehmen.

Nebenwirkungen: Gelegentlich Blähungen.
Gegenanzeigen: Roh nicht in der Stillzeit essen!

Zubereitungen

Weißkohlauflage
Die äußeren, intakten Kohlblätter warm abwaschen, abtrocknen, die dicke Mittelrippe herausschneiden (oder den Kohl in kleine Streifen schneiden) und die Blätter auf einem sauberen Tuch mit einer Flasche walzen, so dass der Saft beginnt, auszutreten. Die Kohlblätter kurz über Wasserdampf erwärmen und anschließend dachziegelartig überlappend auf die Körperstelle auflegen; so kann die austretende Flüssigkeit am besten abfließen. Die Auflage 2-mal täglich erneuern; wenn es zu stark nässt, öfter wechseln. Kohlauflagen bleiben, je nach Verträglichkeit, 1-12 Stunden liegen. Waschen Sie die Haut anschließend ab und ölen Sie sie ein. Kohlauflagen können durch die Anregung des Heilungsprozesses vorübergehend die Schmerzen verstärken, oder es kann ein unangenehmer Geruch entstehen. Diese Reaktionen zeigen aber den Beginn der Heilung an.

Altes Wissen

Die Lobeshymne des römischen Feldherr Marcus Catos (234-149 v. Chr.) auf den Kohl lautet so: „Auf alle Wunden und Geschwülste lege den Kohl zerrieben auf, er wird sie reinigen und heilen ohne Schmerz, er bringt Geschwüre zum Reifen und lässt sie aufbrechen, er wird faulende Wunden und Krebsschäden reinigen und heilen, was kein anderes Heilmittel leisten kann. Auch innerlich nimm ihn, zur Stärkung deiner Kräfte und Heilung vieler Organe“.
Wie zeitlos – alle von ihm genannten Anwendungen gelten nach wie vor!

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