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Kolostoma

Von: Christa Pleyer 01/01/2018
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Ein Kolostoma ist eine Ausleitung des Dickdarms an die Hautoberfläche. Es kann als endständiges oder als doppelläufiges Stoma angelegt werden.

Ein Stoma im Dickdarmbereich wird immer nach der Stelle benannt, an der es ausgeleitet wird; deshalb unterscheidet man zwischen Sigmakolostomie, Transversostomie und Coecostomie.

Ein endständiges Stoma ist auch ein endgültiges Stoma, das auf Dauer bleibt und mit dem der Patient leben lernen muss. Es wird auch als Anus praeter (nach vorn verlegter Anus) bezeichnet und angelegt, wenn der letzte Dickdarmteil entfernt werden muss und der Schließmuskel dabei nicht erhalten werden kann. Am häufigsten wird es im Bereich des absteigenden Dickdarms am linken Unterbauch angelegt, d. h„ fast der gesamte Dickdarm bleibt erhalten. Dadurch ändert sich die Stuhlkonsistenz nicht, und bereits kurz nach der Operation entleert sich normal fest geformter Stuhl.

Ziel des doppelläufigen Kolostomas ist es, einen Teil des Dickdarms stillzulegen. Dafür wird bei der Operation eine Dickdarmschlinge vor die Bauchhaut gezogen und geöffnet. So entstehen ein zum Stoma hinfiihrender und ein vom Stoma wegführender Darmteil. Der wegführende Darmabschnitt wird so entlastet und kann z. B. in Ruhe abheilen, weil die verdaute Nahrung diesen Darmteil nicht passiert. Diese entleert sich als breiiger Stuhl aus dem zufuhrenden Schenkel. Da der untere Darmteil weiterhin Schleim produziert und Darmschleimhautzellen absondert, hat der Patient auch weiterhin eine Art Stuhl, den er auf natürlichem Weg oder über die Stomaöflhung des abführenden Schenkels ausscheidet. Nach abgeschlossenem Heilungsprozess kann das Stoma zurückverlegt werden.

Indikationen

–  Tief sitzendes Rektumkarzinom, das nicht kontinenzerhaltend operiert werden kann (Schließmuskel muss mit entfernt werden)

– Chronische Erkrankungen des Dickdarms

– Entlastung des Darms bei akutem Verschluss

- Entlastung des OP-Gebiets zur besseren Abheilung

– Anorektale Inkontinenz infolge entzündlicher Erkrankungen, z. B. nach Strahlentherapie

– Palliative Behandlung inkurabler und mit wiederholten Subileus- oder Ileuszuständen einhergehender Erkrankungen

Fragen und Antworten zum Kolostoma

Was ist zu tun bei Geruchsbildung?

Die Beutel sind mit einem Filter versehen, über den entstehende Gase geruchsfrei entweichen können.

Habe ich noch Stuhldrang?

Trotz verschlossenen Schließmuskels kann Stuhldrang auftreten. Es kann helfen, sich auf die Toilette zu setzen, bis der Drang vorbei ist. Beim doppelläufigen Stoma kann eine Art Stuhl entstehen, der aus Schleim und abgestorbenen Darmschleimhautzellen besteht.

Darf ich baden?

Duschen und baden ist auch mit Beutel möglich. Bei einem Beutel mit Filter diesen abkleben, da er sonst seine Funktion verliert. Mit Stomakappen lassen sich Stomata vorübergehend verschließen, sodass sie auch unter der Badebekleidung nicht sichtbar sind.

Darf ich Sport machen?

Man sollte nicht über 10 kg heben und Sportarten, die die Bauchmuskulatur stark beanspruchen, meiden, da sonsteine Hernie imStomabereich entstehen kann. Wenn sich eine „Bauchdeckenspannung“ nicht vermeiden lässt, sollte man spezielle Mieder oder Leibbinden tragen.

Kann eine Frau noch Kinder bekommen?

Schwangerschaften sind auch mit einem Stoma möglich und unbedenklich, es sollte dabei aber die Grunderkrankung berücksichtigt werden.

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