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Rhythmusstörungen: Diagnostik und Therapie

Von: Dr., Professorin Maria Mischo-Kelling ( mehr) 25/12/2017
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Über die Hälfte von Infarktpatienten versterben akut durch Kammerflimmern innerhalb der ersten Stunde nach Eintritt des Infarktes. Das Kammerflimmern wird durch Extrasystolen ausgelöst, die erkannt und behandelt werden müssen. Ist es zum Kammerflimmern gekommen, dann kann nur noch eine elektrische Defibrillation helfen, die innerhalb weniger Minuten erfolgen muß, denn Kammerflimmern bedeutet Stillstand des Blutkreislaufes.

Die zweite und wichtigste Rhythmusstörung bei akutem Infarkt besteht in Blockierungen der Erregungsleitung (AV-Blockierungen). Die Herzkammern erhalten dann keine Impulse mehr, und es resultiert der Herzstillstand (Asystolie). Bildet sich nicht innerhalb kürzester Zeit (ca. 30—60 Sekunden) ein Eigenrhythmus der Herzkammern, dann kann nur noch der Herzschrittmacher Rettung bringen; die Schrittmacherbehandlung muß aber innerhalb weniger Minuten einsetzen.

Nicht selten sind Kammerflimmern oder Asystolie das erste Symptom des Herzinfarktes: der Betroffene bricht tot zusammen. Der Herzinfarkt ist in über 90% der Fälle für den plötzlichen Tod eines Menschen verantwortlich.

 

Diagnostik

Zur frühzeitigen Erkennung und Behandlung solcher Komplikationen ist die fortlaufende EKG- Registrierung und EKG-Überwachung nötig. Technische und personelle Voraussetzungen zum Monitoring (fortlaufende EKG-Überwachung, evtl, computergestütztes Arrhythmiemomtoring) müssen daher erfüllt sein (Intensivstation).

 

Therapie

Zur Bekämpfung von Extrasystolen, durch die das Kammerflimmern ausgelöst werden kann, und zur Dämpfung der Flimmerbereitschaft der Herzkammern Stehen folgende Medikamente zur Verfügung:

=> Lidocain

=> Beta-Rezeptorenblocker (Dociton®, Visken®)

=> Mexiletin (Mexitil®)

=> Propafenon (Rytmonorm®)

=> Chinidin

=> Amiodaron (Cordarex®)

Allerdings muß ernsthaft darauf hingewiesen werden, daß der Wirkungsnachweis für die meisten Antiarrhythmika noch aussteht, mit Ausnahme der Betablocker und evtl, des Amiodarons.

Treten Störungen in der Erregungsleitung auf, können diese evtl, durch Atropin gebessert werden. Erforderlichenfalls muß ein temporärer Herzschrittmacher eingesetzt werden. Bereitschaft zur sofortigen Defibrillation bei Auftreten von Kammerflimmern ist Wesentlich.

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