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Roter Seidelbast (Daphne Mezereum)

Von: Richard Willfort 08/04/2019
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Volksnamen

Brennwurz – Buschweide – Elendsblum – Giftbäumlein – Giftbeere – Wilder Holler – Holzmännchen – Hundszigel – Insigel – Kälberhals – Kellerhals – Kellerkraut – Menschendieb – Wilder spanischer Pfeffer – Rechbeere – Seidelbaum – Süßbast – Waldlorbeer – Waldveigl – Warzenkraut – Warzenbast – Wolfsbast – Zahnwehholz – Zilander – Zillingsbeer

Botanik

Der kleine Strauch wird ½ bis 1 m hoch und hat eine graubraune Rinde. Zur Blütezeit sind die Blätter noch nicht entfaltet. Die Blüten sind ungestielt, leuchtend rot oder rosa, zu dritt in den Achselstellen der vorjährig abgefallenen Blätter. Nach der Blüte erscheinen die Blätter von ganzrandiger und lanzettlicher Form. Die Frucht ist eine eiförmige, rote Beere.

Blütezeit: Februar bis März.

Standort: Der Seidelbast ist in Europa und Sibirien beheimatet. Er kommt in den Alpen an Südhängen bis in 2000 m Höhe vor. Er bevorzugt schattige, fruchtbare, feuchte Böden mit Kalkunterlage. Vielfach wird er als „Frühblütler” in Gärten gepflanzt.

Heilkräftiger Pflanzenteil

ist die im Frühjahr vor der Blüte abgeschälte Rinde. Sie muß sofort sehr fein zerkleinert und zur Tinkturbereitung verwendet werden. Rinde, die einen Tag lang gelagert hat, ist wertlos. Sie hat einen widerlichen Geruch, der Geschmack ist anfangs fad, später sehr scharf und ätzend. Nur die Blüten haben einen feinen, doch kräftigen Duft. Seidelbastblüten im Zimmer verursachen bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen. Die ganze Pflanze ist sehr giftig! 6 Beeren töten einen Wolf, 3 bis 4 Beeren wirken beim Menschen tödlich. Die Milch von Kühen oder Geißen, die Seidelbastblätter gefressen haben, ist geschmacklich eigenartig und kann Magenbeschwerden auslösen! Nur die Vögel sind gegen das Gift unempfindlich; besonders die Drosseln fressen die Beeren sehr gerne.

Heil- und Wirkstoffe: Der Seidelbast hat hauptsächlich in der Rinde die Mezereinsäure, ein scharfes Harz, Bitterstoff, einige noch nicht näher erforschte Glykoside und ein fettes Öl.

Heilwirkung

Die Seidelbastrinde (Cortex mezerei) gilt als ein äußerlich anzuwendendes, blasenziehendes Mittel.

Anwendung in der Homöopathie

Nicht viele Heilpflanzen haben eine so vielseitige Anwendung in der Homöopathie wie der Seidelbast. Seine Heilwirkung wird vor allem gelobt bei nächtlichen neuralgischen Schmerzen, besonders bei solchen, die durch Nässe und Kälte verursacht wurden, bei rheumatischen und cariösen Zahnschmerzen, Beinhautentzündung, Speichelfluß und Schlingbeschwerden. Ferner bei allen Hauterkrankungen, wie Eiterbläschen, Bläschenausschlag, Altershautjucken, Ekzemen, juckenden Hautausschlägen, die durch Kratzen nur schlechter und schmerzender werden, nässenden Flechten, eiternden Pusteln und ähnlichen Beschwerden, die hauptsächlich auf eine schlechte Mischung der Körpersäfte zurückzuführen sind. Des weiteren bei Afterschließmuskelkrampf nach dem Stuhlgang, Knochenschmerzen des Nachts am Kopf oder am Schienbein, Knochenhautentzündung mit Empfindlichkeit bei der leisesten Berührung, Bindehautentzündung, verschwollenen Augen, Krämpfen der Brustmuskeln, Schmerzen der Brustwand und Weißfluß bei den Frauen. In der modernen Homöopathie wird der Seidelbast auch gegen Magengeschwüre und Magenkrebs sowie gegen gewisse Geschlechtskrankheiten und Folgen von Quecksilberkuren angewendet. Bei allen diesen Heilanzeigen hat der Arzt die Dosierung vorzunehmen und den Krankheitsverlauf genauest zu überwachen!

Vergiftungserscheinungen

Der Genuß der sehr giftigen Beeren löst Lähmungserscheinungen, besonders Zungenlähmung aus, ferner sehr starke Kopfschmerzen, Blutandrang zum Kopfe, heftige Magenkrämpfe, schließlich Herzlähmung.

Gegenmittel

Raschest Brechmittel eingeben und nach dem Brechen viel Tafelöl verabreichen. Aüch stark eingekochter Wermuttee (Nr. 134) ist eine Erste Hilfe. Den Arzt raschest herbeiholen! Kinder sind über die Giftigkeit der Beeren eingehendst zu belehren!

Anmerkung

Die gleichen giftigen Eigenschaften hat der Lorbeer-Seidelbast, Daphne laureola L. ein immergrüner Strauch mit gelblich-grünen Blüten und anfangs grünen, dann schwarzen Beeren. Er gilt vielfach als noch giftiger! Seine Anwendung ist völlig abzulehnen.

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