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Sevenbaum (Juniperus Sabina)

Von: Richard Willfort 08/04/2019
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Volksnamen

Glückskraut – Jungfernpalme – Jungfernrosmarin – Kindermord – Lebensbaum – Mägdebaum – Sadebaum – Sagebaum – Segenbaum – Siebenbaum – Stinkbaum – Stinkholz

Botanik

Der immergrüne 1 bis 1,50 m hoch werdende Strauch oder Baum ist botanisch mit dem Wacholder (Nr. 127) verwandt, erinnert aber in seinem Aussehen mehr an den Lebensbaum (Nr. 153). Man kann zwei Arten von Blättern unterscheiden. Die jüngeren sind anliegend, klein, dachziegelartig auf einandergelegt. Die älteren Blätter dagegen sind abstehend, länger, an der Basis verwachsen und spitzig. Der Sevenbaum ist zweihäusig. Aus den weiblichen Blüten entwickeln sich kugelige, schwarze, blau bereifte Scheinbeeren mit zurückgebogenen Stielen. Die Beerenreife erfolgt im zweiten Jahr.

Blütezeit: April, Mai.

Standort: Beheimatet in den Alpen, im Kaukasus und in Sibirien. Vielfach in Gärten und Parkanlagen gepflanzt, jetzt verboten.

Heilkräftiger Pflanzenteil

Man sammelt die Zweigspitzen zur Blütezeit. Der Geruch des Baumes ist etwas unangenehm, narkotisch, etwas terpentinartig. Der Geschmack ist harzig, bitter und brennend. Die Blätter und Beeren sind sehr giftig!

Heil- und Wirkstoffe: In den Zweigspitzen zur Blütezeit findet man das sehr giftige Sabinol, ferner Ameisensäure, Essigsäure, ätherisches Öl, Harze, organische Säuren und einen Bitterstoff.

Heilwirkung

Der Sevenbaum war früher ein berüchtigtes Volksmittel, um Fehlgeburten auszulösen. Vereinzelt wird er noch äußerlich für Salben und Einreibungen bei Lähmungen und Neuralgien sowie als Haarwuchsmittel angewendet. Der innerliche Gebrauch erfolgt heute nur noch in homöopathischer Form

Anwendung in der Homöopathie

Die Essenzen und die entsprechenden Verdünnungen werden angewendet bei drohender Fehlgeburt oder wenn dieselbe bereits im Gange ist. Bei Regelstörungen, wenn dieselben entweder zu früh oder sehr stark mit wehenartigen Krämpfen erfolgen. Bei Weißfluß, Entzündung der Harnwege, bei eitrigem, blutigem oder nur tropfenweisem Urin, bei Harnblasenentzündung, Nierenentzündung, Gichtanfällen und Rheuma sowie bei gewissen Geschlechtskrankheiten. Die homöopathische Anwendung muß vom Arzt genau dosiert und überwacht werden!

Anwendung in der Tiermedizin

In der Tiermedizin wird eine bestimmte homöopathische Verdünnung, die nur der Tierarzt bestimmen darf, gegen das Verkalben mit gutem Erfolg verordnet. Der Absud der Blätter wird gegen Würmer bei Pferden verwendet. Die Blätter, mit Butter oder Rahm abgerührt, geben eine Grindsalbe, die gegen Läuse und Krätze bei den Haustieren angewendet wird.

Vergiftungsersdieimmgen

Diese entstehen meist dann, wenn in unverantwortlicher Weise das Pulver der Zweigspitzen oder sonstige unkontrollierbare Erzeugnisse vom Sevenbaum als Abtreibungsmittel verwendet werden. Wie ungemein gefährlich diese Methoden sind, zeigt die Tatsache, daß jede zweite auf diese Art entstandene Vergiftung tödlich verläuft, auch wenn bei den ersten Vergiftungserscheinungen sofort ärztliche Hilfe zur Stelle ist. Erbrechen, blutige Durchfälle, Gebärmutter-, Nieren- und Blasenentzündung sowie Blutungen, Krämpfe, schnarchender Atem, Bewußtlosigkeit, Empfindungslosigkeit und Gehirnschlag sind die Vergiftungserscheinungen. Der Tod tritt nicht sofort, oft erst nach 10 bis 12 Stunden oder gar erst nach Tagen ein.

Gegenmittel

Zuerst heftige Brechmittel eingeben. Nach dem Erbrechen sind Abführmittel zu verabfolgen und Spülungen durchzuführen. Es ist gleichzeitig für eine Förderung der Schweißabsonderung zu sorgen. Schließlich sind reichlich schleimhaltige Mittel einzugeben. Fett und Alkohol sind imbedingt zu meiden! Bei Auftreten von Nierenschädigungen reichliche Spülungen durch erhöhte Flüssigkeitszufuhren.

Anmerkung

Es ist kultur- und sittengeschichtlich bemerkenswert, daß im Münchener, Züricher und so manchem anderen botanischen Garten der Sevenbaum mit einem hohen Gitter eingefriedet werden mußte, da er wegen seiner geburtsabtreibenden Wirkung vor den Nachstellungen von Frauen und Mädchen geschützt werden mußte! Neuanpflanzungen in öffentlichen Gärten sind nun verboten.

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