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Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

Von: Christa Pleyer ( mehr) 14/05/2019
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Dass Magensaft tagsüber gelegentlich in die Speiseröhre aufsteigt, ist normal. Erst wenn es häufig auch nachts zu saurem Aufstoßen, brennenden Schmerzen hinter dem Brustbein (Sodbrennen) und in der oberen Magengegend sowie zu Schluckbeschwerden kommt, besteht der Verdacht auf eine Speiseröhrenentzündung.

Wer ist davon betroffen?

Eine Entzündung der Speiseröhre kann vielerlei Ursachen haben:

Am häufigsten schädigt das ständige Zurückfließen von Magensaft (Sodbrennen, S. 912) die Schleimhaut der Speiseröhre. Begünstigt wird das saure Aufstoßen durch eine Funktionsstörung des unteren Schließmuskels der Speiseröhre, durch zu viel Alkohol und Nikotin, Übergewicht, Medikamente, Stress und in den letzten Wochen der Schwangerschaft. Auch ein Zwerchfellbruch oder die teilweise Entfernung des Magens bei Tumorerkrankungen können den Rückfluss und in der Folge eine Entzündung verursachen.

Sind die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers geschwächt, kann sich z. B. der in der Mundhöhle auch bei Gesunden vorkommende Pilz Candida albicans ungehindert vermehren (Soor, S. 915) und bis in die Speiseröhre Vordringen, wo er eine Entzündung hervorruft. Eine solche Schwäche des Immunsystems wird vor allem durch Krankheiten wie Krebs, schwere Allgemeininfektionen, Diabetes oder AIDS hervorgerufen. Auch Medikamente können eine Infektion begünstigen, etwa kortisonhaltige Asthmasprays.

Wie viele Menschen betroffen sind, kann nicht genau angegeben werden, das Risiko steigt aber mit dem Alter.

Ist Vorbeugung möglich?

Wer oft unter Sodbrennen und saurem Aufstoßen leidet, kann mit einer Änderung der Lebensgewohnheiten (Was Betroffene selbst tun können) verhindern, dass sich eine Speiseröhrenentzündung daraus entwickelt.

Sinnvoll sind alle Maßnahmen, die das Immunsystem (S. S92) stärken und damit die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Pilze überhand nehmen. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung (S. 110), Bewegung (S. 16) und der richtige Umgang mit seelischen Belastungen (S. 264).

Was Betroffene selbst tun können

Abzunehmen heißt nicht unbedingt, auf Genuss verzichten zu müssen (S. 160). Weniger zu rauchen und Alkohol, säurehaltige Getränke sowie Süßigkeiten zu meiden, lindert die Beschwerden. Sinnvoll ist auch, statt ein, zwei üppiger Menüs öfter kleine Mahlzeiten zu essen – das letzte Mal drei Stunden vor dem Schlafengehen. Mit erhöhtem Oberkörper zu schlafen vermindert bei manchen Menschen das saure Aufstoßen. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte immer viel Wasser dazu trinken.

Es gibt viele Möglichkeiten, zu lernen, auch in Stresszeiten gelassener zu reagieren, sich Belastungen bewusst zu machen und sie auszuschalten (S. 264).

Beruhigungs- oder Schlafmittel sollten hingegen nicht genommen werden: Sie verringern die Muskelspannung des Speiseröhrenverschlusses, wodurch die Beschwerden schlimmer werden.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Bei immer wiederkehrenden Beschwerden sollte man die Ursachen vom Arzt abklären lassen, denn unbehandelt kann eine Speiseröhrenentzündung zu Blutungen, asthmaähnlichen Beschwerden, Narben und anderen Veränderungen der Schleimhaut führen. Auch das Risiko, Speiseröhrenkrebs zu entwickeln, kann steigen.

Medikamente. Zusätzlich zu den allgemeinen Maßnahmen kann, vor allem wenn die Entzündung schon weit fortgeschritten ist, eine medikamentöse Therapie notwendig sein. Eingesetzt werden vor allem Protonenpumpenhemmer und H2-Blocker(S. 651), die die Produktion der Magensäure hemmen. Die Magensäure neutralisierende Antazida sollten nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da es dadurch nach einiger Zeit zu einer vermehrten Säureproduktion kommen kann.

Bei ungefähr der Hälfte der Betroffenen wird durch die medikamentöse Behandlung nicht nur die Entzündung gestoppt, sondern es verschwinden auch die Beschwerden. Bei der anderen Hälfte kommt es auch nach der Behandlung zu Sodbrennen und saurem Aufstoßen.

Pilzinfektionen müssen mit Pilzmitteln behandelt werden.

Chirurgische Maßnahmen. Wenn auch durch Medikamente die Beschwerden nicht dauerhaft besser werden, kann eine Operation helfen. Dabei wird der untere Schließmuskel der Speiseröhre verstärkt. Die Operation wird mit einem Endoskop durchgeführt und ist mit einem etwa dreitägigen Krankenhausaufenthalt verbunden.

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