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Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)

Von: Christa Pleyer ( mehr) 14/05/2019
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Eine leichte Behinderung beim Schlucken fester Speisen ist das erste Symptom. Die Schluckbeschwerden können so weit fortschreiten, dass selbst das Schlucken von Flüssigkeit schwer fällt.

Schmerzen hinter dem Brustbein sind ebenfalls typisch. Später können auch andauernde Heiserkeit oder Stimmverlust auftreten, weil der Tumor auf den Kehlkopf drückt.

Wer ist davon betroffen?

Am häufigsten sind Männer im Alterzwischen 60 und 70 Jahren betroffen. Vor dem 50. Lebensjahr tritt die Krankheit selten auf.

Ein gravierender Risikofaktor ist das Rauchen und der regelmäßige Konsum hochprozentiger alkoholischer Getränke.

Der häufige Verzehr von geräucherten Speisen erhöht das Krankheitsrisiko, ebenso eine Belastung mit bestimmten chemischen Stoffen (Asbest, Chrom, Nickel, Beryllium).

Außerdem begünstigen Veränderungen der Schleimhaut der Speiseröhre die Entstehung von Speiseröhrenkrebs. Dazu führt beispielsweise die Refluxkrankheit (Sodbrennen, S. 912), insbesondere wenn schwere Schleimhautveränderungen (Barrett-Ösophagus) vorliegen. Fünf bis zehn Prozent der davon Betroffenen entwickeln in der Folge einen Krebs.

Ist Vorbeugung möglich?

95 Prozent der Betroffenen waren oder sind Raucher. Daher ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme, nicht zu rauchen (Rauchen abgewöhnen, S. 298). Ein eingeschränkter Alkoholkonsum (S. 306) trägt ebenfalls zur Vorbeugung bei.

Ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse reduziert das Krankheitsrisiko (Ernährung, S. 110). Geräucherte Speisen sollten nicht zu häufig auf dem Speisezettel stehen.

Bei Schluckbeschwerden sollte mit dem Arztbesuch nicht zu lange zugewartet werden. So erhöhen sich die Heilungschancen erheblich, falls es sich tatsächlich um einen Tumor handeln sollte.

Menschen mit Refluxkrankheit (ständiger Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre), insbesondere mit Barrett-Ösophagus, sollen regelmäßig eine Gastroskopie durchführen, bei der Arzt oder Ärztin die Schleimhaut des Magens auf Entzündungen und Geschwüre hin untersuchen.

Krebskranke profitieren von Maßnahmen, die ihr Immunsystem (S. 392) stärken. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung (S. 110), Bewegung (S. 16) und der richtige Umgang mit Belastungen (S. 264). Um mit den neuen Lebensumständen besser fertig zu werden und das Beste daraus zu machen, kann man psychoonkologische Unterstützung suchen (S. 403).

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Die Behandlungsmöglichkeiten hängen in erster Linie vom Krebsstadium und vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab.

Operation. Hat der Tumor noch keine Metastasen gebildet, wird in der Regel operiert. Dabei werden der Tumor und die nahe gelegenen Lymphknoten entfernt.

Bei ausgedehnteren Tumoren wird ein größerer Teil der Speiseröhre mit entfernt und als Ersatz ein Stück des Dickdarms eingesetzt.

Im Anschluss an die Operation sollte möglichst bald mit einem Schlucktraining begonnen werden. Mit bestimmten Haltungsänderungen und Techniken wird eingeübt, wie die nun fehlende Funktion der Speiseröhre am besten zu ersetzen ist.

Bessern sich die Schluckbeschwerden nicht, gibt es medizinische Möglichkeiten der Therapie (siehe unten).

Chemotherapie und Strahlentherapie. Ist der Tumor für eine operative Entfernung zu groß, kann versucht werden, ihn vorher durch Chemotherapie (S. 407) und Bestrahlung (S. 408) zu verkleinern.

Palliative Maßnahmen. Treten in einem fortgeschrittenen Stadium Schmerzen auf, ist eine gut angepasste Schmerztherapie sinnvoll S. 417).

Metastasen können durch Chemotherapie verkleinert werden.

Behindert ein nicht entfernbarer Tumor das Schlucken, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten, die die Beschwerden lindern können und die auch bei Betroffenen mit einem schlechten Allgemeinzustand angewendet werden können.

Behindert ein nicht entfernbarer Tumor das Schlucken, kann ein Röhrchen (Stent), das den Durchgang freihält, in die Speiseröhre eingesetzt werden. Man kann den Tumor auch teilweise durch Laser zerstören.

Eine weitere Möglichkeit ist das Aufdehnen der Speiseröhre mit einer so genannten Ballondilatation. Nach einigen Wochen lässt die Wirkung allerdings nach und die Behandlung muss wiederholt werden.

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