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Syphilis (Lues venera)

Von: Christa Pleyer ( mehr) 15/05/2019
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Syphilis gehört zu den meldepflichtigen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI – sexually transmitted infections) und ist heute völlig heilbar. Medizinisch werden ein Frühstadium und ein Spätstadium unterschieden:

Rund drei Wochen nach der Ansteckung bildet sich an den äußeren Geschlechtsorganen, im Mund oder im After – bei Frauen auch am Gebärmutterhals – ein kleiner Knoten, der sich entzündet und eine klare Flüssigkeit absondert. Die Lymphknoten sind geschwollen.

Das Geschwür heilt nach ungefähr einem Monat ab, hinterlässt aber eine Narbe.

Ein paar Wochen später ist ein allgemeines Krankheitsgefühl zu spüren, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, auch Gelenkschmerzen. Manchmal kommt es zu Fieber und Gewichtsverlust. Überall an der Haut zeigen sich zudem rotbraune Flecken oder Knötchen.

Sämtliche Beschwerden gehen – auch unbehandelt – nach und nach zurück, es folgt eine beschwerdefreie Zeit.

Erfolgt keine Behandlung, bilden sich im Spätstadium, nach frühestens einem Jahr, große Knoten an der Haut und an inneren Organen, die das Gewebe zerstören.

Gleichzeitig können lebensbedrohliche Entzündungen des Gehirns oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems auftreten.

Wer ist davon betroffen?

Einer von rund 26.000 Menschen erkrankt jährlich an Syphilis, die Häufigkeit hat in der letzten Zeit zugenommen. Hauptsächlich betroffen sind Männer im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Der Anteil erkrankter Frauen hat abgenommen und beträgt jetzt nur noch zehn Prozent.

Besonders gefährdet sind Menschen, die bereits mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten infiziert sind, etwa mit Herpes genitalis (S. 690), Feigwarzen (S. 640) oder HIV (S. 713), da die Krankheitserreger durch die in Mitleidenschaft gezogenen Schleimhäute umso leichter eindringen können.

Homosexuelle und Menschen mit oft wechselnden Sexualpartnern gehören ebenfalls zu den Risikogruppen.

Mangelnde Hygiene und Drogenmissbrauch sind ebenfalls Risikofaktoren, weil es dann leichter zu Infektionen kommt bzw. die Bereitschaft zu Safer Sex sinkt.

Der Syphilis-Erreger Treponema pallidum wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr (auch oral und anal) weitergegeben, nur sehr selten durch direkten Blutkontakt.

Kondome schützen vor einer Infektion, andere Verhütungsmittel wie Diaphragma, Spirale oder die »Pille« nicht.

Über gemeinsam benützte Toiletten, Schwimmbäder oder Handtücher kann man sich nicht infizieren.

Besonders ansteckend ist Syphilis, wenn die typischen Geschwüre bestehen. Das Infektionsrisiko liegt dann bei 35 Prozent. In dieser Zeit sollte auf Geschlechtsverkehr ganz verzichtet werden.

Bei einer Infektion während der Schwangerschaft wird der Keim über den Blutweg mit großer Wahrscheinlichkeit an das Ungeborene weitergegeben. Die Folge ist meistens eine Tot- oder eine Fehlgeburt.

Kommt das Kind mit Syphilis auf die Welt, sind bleibende Schäden trotz sofortiger Behandlung meist nicht zu vermeiden.

Was Betroffene selbst tun können

Bei Verdacht auf eine Ansteckung ist es wichtig, so bald wie möglich zum Arzt zu gehen. Der Erreger ist schon nachweisbar, sobald sich der erste Knoten zeigt.

Die einst gefürchtete Krankheit ist heute heilbar, unbehandelt aber folgenschwer.

Bestätigt sich der Verdacht, sollte sich auch der Partner untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen, um eine so genannte Pingpong-Infektion zu verhindern.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Die einzig wirksame Behandlung bei Syphilis sind Antibiotika in hohen Dosen. Am besten Penicillin; wenn eine Allergie gegen Penicillin besteht, können auch Tetrazykline und Erythromycin eingesetzt werden . Dass das Bakterium Treponema pallidum gegen Antibiotika resistent ist, wurde bisher noch nicht beobachtet.

Allerdings kann es nach der Behandlung und nach dem Abheilen der Geschwüre zu einer neuerlichen Ansteckung kommen, denn der Körper wird nicht immun gegen den Erreger. Nach drei, sechs und zwölf Monaten sind Nachuntersuchungen vorgeschrieben.

Bei einer nachgewiesenen Syphilis-Erkrankung ist ein gleichzeitiger HIV-Test sinnvoll, weil das Hl-Virus umso leichter eindringen kann, wenn bereits eine sexuell übertragbare Krankheit besteht.

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