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Tetanus (Wundstarrkrampf)

Von: Christa Pleyer ( mehr) 16/05/2019
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Tetanus kommt im deutschen Sprachraum sehr selten vor. Der Zeitraum von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt etwa zwei Wochen.

Tetanus beginnt mit Unruhe, Zittern, Schwitzen und Kopfschmerzen. Fortgeschrittener Tetanus äußert sich durch Muskelkrämpfe am ganzen Körper und endet – vor allem wenn die Atmung betroffen ist – trotz Behandlung in 20 bis 30 Prozent der Fälle tödlich.

Wer ist betroffen?

Der Tetanus oder Wundstarrkrampf ist eine schwere Infektionserkrankung, die man sich bei einer Verletzung holen kann. Tetanus-Bazillen setzen im Organismus Giftstoffe (Toxine) frei, die starke Muskelkrämpfe und Lähmungen bzw. Muskelstarre bewirken. Der Tetanus-Erreger (Clostridium tetani) kommt überall dort vor, wo wenig Sauerstoff anzutreffen ist. Seine äußerst widerstandsfähigen Sporen überleben in der Erde, im Straßenstaub, an Dornen und im Holz genauso wie im Verdauungstrakt des Menschen.

Tetanus wird durch das Gift der Tetanus-Bakterien erzeugt. Da die Bakterien unter Luftabschluss besonders gut gedeihen, ist die Tetanus-Gefahr groß, wenn eine Wunde nicht sachgerecht versorgt wird. Besondere Gefährdung bringen tiefe, stark verschmutzte Wunden, Verletzungen mit Fremdkörpereintritt, Verbrennungen und Hautgeschwüre.

Aufgrund der flächendeckenden Impfungen kommt es aber sehr selten zu Infektionen. In Deutschland sind es nur etwa zehn Personen im Jahr, in Österreich etwa fünf. Bei den wenigsten Betroffenen lässt sich die Infektion nicht mehr behandeln.

Eine überstandene Erkrankung hinterlässt keine Immunität gegen Tetanus. Der Wundstarrkrampf ist nicht ansteckend.

Tetanusgefährdet sind besonders ältere Personen, vor allem bei lange nicht ausheilenden, offenen Wunden.

Ist Vorbeugung möglich?

Tetanus ist nicht ansteckend. Da die gegen Tetanus existierende Schutzimpfung routinemäßig durchgeführt wird, ist eine Erkrankung bei uns selten. Die Schutzimpfung wird meist mit der Impfung gegen Diphtherie (S. 614) kombiniert. Die erste Impfung kann bereits im dritten Lebensmonat durchgeführt werden.

Unbehandelt verläuft eine Tetanusinfektion je nach Stärke der Krämpfe in 20 bis 30 Prozent der Fälle tödlich. Daher sollte beim Verdacht auf Tetanus umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Bei Verdacht auf Tetanusinfektion und solange das Tetanusgift die Rückenmarks- und Gehirnzellen noch nicht erreicht hat, kann die Gabe von Tetanus-Immunglobulin die Giftstoffe an der Ausbreitung hindern und neutralisieren.

Viele Ärzte setzen nach jeder größeren Verletzung routinemäßig eine Tetanusspritze. Dies ist jedoch nur sinnvoll, wenn die letzte Impfung bzw. Auffrischung mehr als fünf Jahre zurückliegt. Wenn das Blut des Geimpften noch genügend Antikörper enthält, kann eine erneute Impfung zu unerwünschten Wirkungen wie Lymphknotenschwellung, Verhärtung des Gewebes an der Einstichstelle und Allgemeinreaktionen führen.

Wenn die Impfung lange her ist

Es gibt keine unzulässigen Maximalabstände zwischen Impfungen. Jede Impfung zählt. Bei einer begonnenen, aber nicht abgeschlossenen Grundimmunisierung ist es nicht immer nötig, erneut mit der Grundimmunisierung zu beginnen, auch wenn die Impfung Jahrzehnte zurückliegt.

Der Minimalabstand zwischen den Impfungen einer Impfserie sollte im Idealfall mindestens vier Wochen betragen. Voraussetzung dafür ist, dass eine etwaige Impfreaktion der letzten Impfung restlos abgeklungen ist. Zwischen der letzten und vorletzten Impfung einer Impfserie sollten mindestens sechs Monate Abstand liegen, um den optimal erreichbaren Impfschutz zu erreichen.

Zwischen Impfungen mit unterschiedlichen Totimpfstoffen muss kein besonderer Abstand beachtet werden.

Die infizierte Wunde muss gesäubert und chirurgisch geöffnet werden, damit sich das Gewebe mit Sauerstoff anreichern kann. Um andere Infektionen zu vermeiden, wird ein Antibiotikum in hoher Dosierung gegeben.

Wenn sich das Tetanusgift bereits ausgebreitet hat und schon Krämpfe aufgetreten sind, ist nur noch eine symptomatische Behandlung möglich, also eine Linderung der Beschwerden. Muskelentspannende und beruhigende Mittel können die Krämpfe abschwächen und Komplikationen Vorbeugen. Eine intensivmedizinische Überwachung ist erforderlich.

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