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Toxische Innenohrschädigung: Ursachen, Symptome und Diagnostik, Therapie und Prophylaxe

Von: Chưa được phân loại 22/01/2019
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Ursachen

Eine toxische Innenohrschädigung kann durch endogene (Stoffwechselprodukte, z. B. bei Hyperlipidämie, Urämie) oder exogene Stoffe (Medikamente, Gifte: Blei, C02, Mangan, Nikotin, Alkohol, Aminobenzole) hervorgerufen werden. Durch die Toxine kann sowohl die kochleäre als auch die vestibuläre Funktion betroffen sein. Besonders sind Schäden durch Medikamente zu beachten. Dazu zählen ototoxische Antibiotika (Polypeptidantibiotika, Aminoglykoside), Salizylsäure, Chinin, Diuretika (Furosemid, Ethacrynsäure) oder Zytostatika (Cisplatin, Cyclophosphamid). Ein Innenohrschaden kann aber auch bei einer lang andauernden Mittelohrentzündung durch eine Toxininvasion durch die Labyrinthfenster oder bei Infektionskrankheiten (Masern, Scharlach, Diphtherie, Mumps, Typhus) Vorkommen.

Symptome und Diagnostik

In der Regel treten toxische Innenohrschäden symmetrisch auf. Bei einer kochleären Störung klagen die Patienten über einen beidseitigen Tinnitus und Hörverlust. Der Tinnitus kann auch das Erstsymptom sein. An erster Stelle steht bei der Diagnostik die Anamnese, wobei gezielt nach Medikamenten, beruflichen Giften oder Infektionskrankheiten gefahndet werden muss. Bei der Otoskopie zeigen sich in der Regel keine Auffälligkeiten. Die audiologische Diagnostik und die Vestibularisuntersuchung schließen sich an.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Ist die Innenohrschwerhörigkeit durch Medikamente bedingt, so muss das entsprechende Medikament ab- oder umgesetzt werden. Ähnli­ches gilt für andere exogene Stoffe. Bei einer Mittelohrentzündung ist eine Parazentese bzw. Paukendrainage indiziert. In vielen Fällen ist eine medikamentöse Innenohrtherapie u. U. mit Prednisolon nach dem StennertSchema sinnvoll. Eine zusätzliche Antibiose ist bei der Mittelohrentzündung indiziert.

Prophylaxe

Bei der Gabe ototoxischer Medika­mente sollte im Vorfeld beachtet werden:

Ototoxische Medikamente sollten nur dann angewendet werden, wenn sie nicht durch andere Medikamente ersetzt werden können.

–  Bei einer Nierenfunktionsstörung dürfen ototoxische Medikamente generell nicht eingesetzt werden, da dann der Wirkspiegel zusätzlich erhöht ist.

–  In der Schwangerschaft sind ototoxische Medikamente kontraindiziert, da das Gehör des Embryos geschädigt werden kann.

–  Vor Beginn einer Therapie mit ototoxischen Medikamenten muss ein Tonaudiogramm erstellt werden, und die otoakustischen Emissionen (OAE) müssen abgeleitet werden. Im weiteren Verlauf müssen Kontrollen mindestens wöchentlich erfolgen.

–  Bei Hörverschlechterung, Schwindel oder Tin­nitus ist die Behandlung sofort zu beenden.

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