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Tripper (Gonorrhoe)

Von: Christa Pleyer ( mehr) 18/05/2019
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Tripper ist die häufigste sexuell übertragbare Krankheit (STI, sexually transmitted infection), die mit entsprechender Behandlung jedoch völlig heilbar ist. Bei jedem zehnten Mann und bei 80 Prozent der Frauen zeigen sich zunächst überhaupt keine Beschwerden. Bei den übrigen Betroffenen kommt es einige Tage nach der Ansteckung zu dickem, eitrigem Ausfluss aus der Scheide bzw. aus dem Penis und zu Schmerzen beim Wasserlassen und vermehrtem Harndrang.

Unbehandelt verschlimmern sich die Symptome, nach rund zwei Wochen ist der Harn blutig. Gleichzeitig macht sich ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Gelenkbeschwerden und Fieber bemerkbar. Ohne Behandlung wird die Infektion chronisch, und von starken Schmerzen begleitete Entzündungen breiten sich in den Geschlechtsorganen aus.

Die Krankheit ist in Österreich meldepflichtig, in Deutschland seit 2001 nicht mehr.

Wer ist davon betroffen?

Frauen und Männer sind gleich oft betroffen, vor allem im frühen Erwachsenenalter. Sind die Abwehrkräfte geschwächt oder besteht bereits eine andere sexuell übertragbare Krankheit wie Feigwarzen (S. 640), Syphilis (S. 919) oder Herpes genitalis (S. 690), ist die Ansteckungsgefahr erhöht.

Als Risikogruppe gelten Menschen mit oft wechselnden Sexualpartnern und Drogensüchtige.

Ist Vorbeugung möglich?

Die Erreger – Gonokokken mit dem Namen Neisseria gonorrhoeae – werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr (auch oral oder anal) übertragen. Tripper ist extrem ansteckend, das Infektionsrisiko liegt bei 60 Prozent. Auch während der ungefähr einwöchigen Inkubationszeit zwischen der Ansteckung und dem ersten Auftreten der Symptome kann der Infizierte bereits andere Personen anstecken. Dagegen hilft die Verwendung von Kondomen. Andere Verhütungsmittel wie Diaphragma, Spirale oder die »Pille« schützen hingegen nicht vor Ansteckung.

Da die Erreger außerhalb des Körpers nicht überleben können, weil sie Sauerstoff und Kälte nicht vertragen, ist Tripper durch das gemeinsame Benützen von Toiletten, Handtüchern oder Besteck nicht übertragbar.

Generell hilfreich zur Vermeidung von Infektionen ist alles, was das Immunsystem stärkt. Dazu gehört eine vernünftige Ernährung (S. 110), ausreichend Bewegung (S. 16) und ein bewusster Umgang mit

Stress, Spannungen und Konflikten (S. 264). Während der Geburt werden die Keime von der infizierten Mutter auf das Kind weitergegeben, die Gonokokken setzen sich dann in den Augen des Neugeborenen fest. Die routinemäßige Verabreichung von speziellen Augentropfen verhindert eine Infektion.

Was Betroffene selbst tun können

Wenn sich die ersten Symptome bemerkbar machen und der Verdacht auf eine Gonokokken-Infektion besteht, sollte so bald wie möglich ein Arzttermin vereinbart werden. Tripper heilt von selbst nicht aus. Unbehandelt kann die Infektion sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu dauerhafter Unfruchtbarkeit führen.

Bestätigt sich der Verdacht, sollte sich der Partner ebenfalls untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen, da es sonst zu einer so genannten Pingpong-Infektion kommt. Während der akuten Infektion sollte auf Geschlechtsverkehr ganz verzichtet werden.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Tripper, früher eine gefürchtete Geschlechtskrankheit, ist heute durch hoch dosierte Antibiotika heilbar. Es gibt mehrere Antibiotika, die dafür in Frage kommen; welches im individuellen Fall zielführend ist, hängt davon ab, um welchen Gonokokken-Stamm es sich handelt. Da die Widerstandsfähigkeit des Erregers gegenüber Penicillin weltweit zunimmt, wird dieses Antibiotikum bei Tripper heute nicht mehr gegeben.

Zumindest eine Kontrolluntersuchung nach Beginn der Behandlung ist sinnvoll, um den Erfolg zu überprüfen. Trotz erfolgreicher Behandlung und Verschwinden der Symptome kann es zu einer neuerlichen Infektion kommen: Der Organismus entwickelt keine Immunität gegen Gonokokken.

Hl-Viren und Chlamydien werden oft gleichzeitig mit dem Tripper-Erreger weitergegeben. Sinnvoll ist deshalb bei bestehender Gonokokken-Infektion auch eine Untersuchung auf diese Erreger (S. 587 und S. 713).

Meldepflichtige sexuell übertragbare Krankhelten bzw. Nachweise von Krankheitserregern

In Deutschland                                                        In Österreich

HIV                                                                               Aids

Treponema pallidum                                            Tripper

Hepatitis-B-Virus                                                   Syphilis

                                                                                        Weicher Schanker

                                                                                        Lymphogranuloma Inguinale

                                                                                        Hepatits B

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