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Trommelfellverletzung

Von: Christa Pleyer ( mehr) 18/05/2019
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Stechende Schmerzen im Ohr und eine plötzliche Hörverschlechterung sind Hinweise auf eine Verletzung des Trommelfells. Zudem können Hörgeräusche (Tinnitus, S. 925) und Schwindelgefühle bestehen. Manche Betroffene berichten auch, dass sie ein taubes Gefühl im Ohr haben oder leicht aus dem Ohr bluten. Kleine Risse heilen ohne Zutun von selbst, größere Verletzungen müssen operiert werden.

Wer ist davon betroffen?

Meist sind es spitze Gegenstände oder auch Wattestäbchen bei einer falsch durchgeführten Ohrenreinigung (S. 826), die das zarte Trommelfell verletzen.

Aber auch Ohrfeigen, Kopfsprünge ins Wasser, Tauchen ohne Druckausgleich und eine Explosion in der Nähe des Ohrs können es zum Einreißen bringen. Nach Entzündungen im Ohr(Mittelohrentzündung, S. 794) können als Folge Löcher im Trommelfell Zurückbleiben.

Ist Vorbeugung möglich?

Die beste Vorbeugung ist, das Ohr in Ruhe zu lassen. Ohrenschmalz aus dem Gehörgang zu entfernen, stört nur die natürliche Selbstreinigungskraft. Vorsicht ist bei Sprüngen ins Wasser und beim Tauchen angebracht. Entzündungen können durch Stärkung des Immunsystems vermieden werden: Gesunde und abwechslungsreiche Kost (Ernährung, S. 156), körperliche Bewegung (S. 16) und seelische Ausgeglichenheit fördern die Abwehrkraft.

Was Betroffene selbst tun können

Sinnvolle Selbsthilfemaßnahmen sind bei einer Trommelfellverletzung nicht möglich. In jedem Fall muss sie ärztlich untersucht werden. Solange das Loch im Trommelfell besteht, können Bakterien über den Gehörgang ins Mittelohr gelangen und dort Entzündungen verursachen. Deshalb muss unbedingt vermieden werden, dass zum Beispiel beim Schwimmen oder Duschen Wasser ins Ohr gelangt. Ohrentropfen dürfen ebenfalls erst dann wieder verwendet werden, wenn das Loch vollständig verheilt und verschlossen ist.

Wenn das Trommelfell frisch verheilt und vernarbt ist, kann es durch heftiges Naseputzen oder Niesen mit geschlossenem Mund erneut einreißen. Etwa drei Monate lang besteht auch bei Flugreisen wegen der unterschiedlichen Luftdruckverhältnisse in großer Höhe die Gefahr eines erneuten Einrisses – besser ist es, in diesem Zeitraum keine Flugreisen zu unternehmen.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Der Riss oder das Loch im Trommelfell sind nur bei einer Ohrspiegelung zu sehen. Bei dieser Untersuchung überbrückt der Arzt oder die Ärztin die Krümmung des äußeren Gehörgangs mit einem Ohrtrichter. Im Lichtstrahl des Untersuchungsgeräts (Otoskop) wird ein schlitzförmiger oder gezackter Riss sichtbar.

Ist der Riss nur klein, heilt er problemlos innerhalb von zwei Wochen wieder zu. Das betroffene Ohr wird lediglich mit einem sterilen Ohrenverband versorgt.

Abschwellende Nasentropfen erleichtern den Druckausgleich zwischen Nase, Rachen und Ohr. Nach einer ärztlichen Kontrolle dürfen Taucher in der Regel nach zwei bis sechs Wochen wieder ihrem Sport nachgehen.

Es kommt aber vor, dass ein Defekt sich auch nach längerer Zeit nicht schließt. In diesem Fall ist eine Operation notwendig. Wie gut das Hörvermögen durch den Eingriff wieder hergestellt werden kann, hängt von der Art und Schwere der entstandenen Schädigung ab.

Trommelfell-Schienung, Die eingerollten Ränder von kleineren Rissen werden wieder geglättet und mit einer Schiene aus Silikon gestützt, damit sie besser verheilen.

Myringopiastik. Bei der Operation größerer Risse wird das Trommelfell wieder in die richtige Position gebracht und zum Verschließen des Lochs körpereigene Muskelhaut oder ein Knorpelhaut-Läppchen verpflanzt. Meist kann durch den Gehörgang operiert werden.

Tympanoplastik. Diese wird nötig, wenn auch die Gehörknöchelchen von der Verletzung betroffen sind – etwa nach Eiterungen des Mittelohrs oder schweren Verletzungen des Hörorgans. Dabei werden auch die Gehörknöchelchen wieder hergestellt: Sie werden entweder in ihre ursprüngliche Position gebracht oder mittels künstlicher Prothesen oder Knochentransplantaten ersetzt. Für diesen Eingriff ist manchmal ein Zugang über einen Schnitt hinter dem Ohr in der Ohrmuschelfalte nötig.

Tampons mit antibiotikahaltiger Salbe im Gehörgang begünstigen nach der Operation den Heilungsverlauf und verhindern, dass sich Bakterien ansiedeln. Diese Tamponaden müssen vom Arzt ausgewechselt werden. Erst wenn das Trommelfell wieder ganz verheilt ist, wird die Behandlung mit Antibiotika beendet.

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