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Tuberkulose

Von: Christa Pleyer ( mehr) 19/05/2019
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Wenn die Lunge infiziert ist, kommt es zu chronischem Husten mit Auswurf, dem gelblich-grüner bis blutiger Schleim beigemengt sein kann. Dazu kommen Fieber, Bruststechen, nächtliche Schweißausbrüche, Verlust an Appetit und Körpergewicht sowie Verlust an Energie bis hin zum allgemeinen Kräfteverfall.

Die Beschwerden sind zunächst meist nicht klar zuordenbar, daher müssen die Erreger häufig im Zuge von aufwändigen Diagnoseverfahren nachgewiesen werden. In einigen Fällen können keine Tuberkelbakterien nachgewiesen werden, die Diagnose stützt sich dann auf gewebetypische Veränderungen.

Ist Vorbeugung möglich?

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die von Bakterien verursacht wird. Die Krankheit verläuft chronisch und obwohl sie praktisch alle Organe befallen kann, besiedeln die Bakterien vor allem die Atemorgane.

Der Erreger der Tuberkulose ist in Westeuropa nahezu immer das so genannte Mycobakterium tuberkulosis. Die Übertragung des Erregers erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion, wenn die Bakterien von bereits infizierten Menschen ausgehustet und damit verbreitet werden. Werden die Bakterien eingeatmet, besiedeln sie zumeist die Lungenbläschen des Betroffenen. Normalerweise ist das menschliche Immunsystem (S. 392) stark genug, um zu verhindern, dass trotz Kontakt mit den Tuberkuloseerregern die Krankheit ausbricht. Der Betroffene ist dann zwar infiziert und somit Keimträger, erkrankt aber selber nicht.

Tatsächlich erkrankt nur etwa jeder Zehnte, der die Erreger in sich trägt, wobei die Anzahl der eingeatmeten Erreger eine wichtige Rolle spielt

In Westeuropa erkrankt pro Jahr etwa einer von 7.500 Menschen.

Das Risiko, an Tuberkulose zu erkranken, hängt ganz wesentlich von den Lebensumständen ab. Gefährdet sind vor allem jene Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, und solche, deren Immunsystem geschwächt ist. Zu dieser zweiten Gruppe zählen beispielsweise Alkoholiker (S. 506), Diabetiker (S. 603) oder HlV-infizierte Menschen (S. 713).

Was Betroffene selbst tun können

Alles, was das Immunsystem (S. 392) stärkt, hilft Infektionen zu vermeiden. Die Hauptrolle spielen wohl die Ernährung und die Lebensumstände. Feuchte, dunkle Wohnungen bieten den Bakterien ideale Verhältnisse. Licht und frische, trockene Luft vertragen die Bakterien hingegen nicht.

Es gibt eine Impfung gegen Tuberkulose. Da sie nur bei der Minderzahl der Geimpften tatsächlich wirkt und da die Erkrankungsfälle sehr selten wurden und schließlich unter die Zahl der Impfkomplikationen absanken, wurde die allgemeine Impfung gegen Tuberkulose ausgesetzt und die Impfempfehlung nur noch für Risikogruppen aufrechterhalten.

Bei einem Verdacht auf Tuberkulose sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Wenn die Tuberkulose nicht erkannt und behandelt wird, breitet sie sich in Schüben von der Lunge auf andere Organe des Körpers aus.

Besonders häufig betroffen sind das Rippenfell, die Lymphknoten, die Knochen und Gelenke, die Gehirnhäute und der Herzbeutel, Darmtrakt, Geschlechtsorgane und Harnausscheidungsorgane.

Auch die Bronchien können von der Tuberkulose betroffen sein. Bleibt die Lungentuberkulose lange unbehandelt, führt das zu einer Zerstörung oder zu einem bindegewebigen Umbau der Lunge.

Als Spätfolge kann Lungenkrebs (S. 765) eintreten.

Die Behandlung von Tuberkulose erfordert heutzutage keinen langen Krankenhausaufenthalt mehr. Solange sich der Patient im Stadium der offenen Tuberkulose befindet, muss er aufgrund der Ansteckungsgefahr, die von ihm ausgeht, ins Krankenhaus, wo er zunächst isoliert behandelt wird. Wie lange es dauert, bis die Ansteckungsgefahr gebannt ist, hängt von der Schwere der Krankheit ab und davon, wie schnell die Medikamente wirken. Zumeist ist die Anzahl der Tuberkulosekeime durch die Medikamente bereits nach wenigen Wochen so weit vermindert, dass der Betroffene nach Hause entlassen werden kann.

Die medikamentöse Behandlung sollte immer mit einer Kombination von mehreren Wirkstoffen durchgeführt werden. So entsteht eine breit streuende Wirkung. Da die Tuberkuloseerreger imstande sind, sich abzukapseln, und so jahrelang im Körper überdauern können, werden Tuberkulosemittel über zumindest sechs Monate hinweg bis zur Dauer von einem Jahr verabreicht. Das erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Es ist aber wichtig, dass die Therapiedauer konsequent eingehalten wird, damit kein Rückfall stattfindet und sich keine Resistenzen gegen die Wirkstoffe entwickeln.

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