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Typhus

Von: Christa Pleyer ( mehr) 19/05/2019
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Typhus ist eine schwere Infektionskrankheit, die in Mitteleuropa allerdings sehr selten vorkommt.

Von der Ansteckung mit Typhuserregern bis zum Krankheitsausbruch vergehen in der Regel zehn Tage. Dann zeigen sich Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Verstopfung und Fieber, das sich schließlich auf 40 Grad einpendelt. Der Puls ist niedrig, die Betroffenen fühlen sich schwer krank. Typisch sind ein graugelblicher Belag auf der Zunge und eine flammend rote Zungenspitze.

Erst nach zwei Wochen kommt es zu grünlichem Durchfall im Wechsel mit Verstopfung. Jeder dritte Typhuskranke entwickelt am Bauch einen rötlichen, kleinfleckigen Hautausschlag.

Wer ist davon betroffen?

Typhus wird durch eine besondere Spezies von Salmonellen ausgelöst. Im Unterschied zu harmloseren Salmonella-Bakterien befallen die Typhuserreger nicht nur den Darm (Magen-Darm-Infektionen, S. 773), sondern verursachen eine Allgemeininfektion.

Die Ansteckung erfolgt durch infizierte Nahrungsmittel und verunreinigtes Wasser. Damit es zu einer Infektion kommt, müssen sehr viele Keime in den Organismus gelangen – auch weil der Magensaft für die säureempfindlichen Salmonellen ein Hindernis darstellt. Menschen mit wenig Magensäure, wie alte Menschen, kleine Kinder und alle, deren Immunabwehr geschwächt ist, infizieren sich deshalb leichter.

Die Krankheit kommt fast nur in tropischen und subtropischen Ländern vor, bei Typhusfällen in Nord- und Mitteleuropa handelt es sich meist um »Reisemitbringsel«.

Rund 240 Fälle werden in Deutschland jährlich gemeldet.

Ist Vorbeugung möglich?

Sinnvoll sind alle Maßnahmen, die das Immunsystem (S. 392) stärken und so insgesamt weniger anfällig für Infektionen machen. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung (S. 110), ausreichend Bewegung (S. 16) und Schlaf sowie der richtige Umgang mit seelischen Belastungen (S. 264).

Eine Impfung schützt mit 70-prozentiger Sicherheit für zwei Jahre vor einer Infektion, auf jeden Fall vor einem schweren Krankheitsverlauf. Die Impfung ist als Injektion oder Schluckimpfung möglich und sollte spätestens eine Woche vor der Reise in tropische Länder durchgeführt werden.

Zwischen dieser Impfung und einer eventuellen Malaria-Prophylaxe sollten jedoch mindestens drei Tage vergehen.

Während der Einnahme der Schluckimpfung – drei einzelne Kapseln jeden zweiten Tag – sollte man keine Antibiotika oder Abführmittel nehmen. Die Impfung wird im Allgemeinen gut vertragen, wobei aber nur absolut gesunde Menschen geimpft werden.

Ob und wie sich die Impfung in der Schwangerschaft auswirkt, ist nicht ausreichend untersucht, deshalb sollten Nutzen und Risiko stets mit Arzt oder Ärztin abgewogen werden.

Jedenfalls sollte bei Fernreisen die Empfehlung »Koch es, schäl es oder vergiss es« beherzigt werden. Die Erreger finden sich vor allem in rohem Fleisch, in Milchprodukten und Eiern, auch in Fisch und Meeresfrüchten sowie im Wasser. Deshalb ist es wichtig, Obst nicht nur zu waschen, sondern zu schälen und nur gut durchgegartes Fleisch zu essen. Auf Rohkost sollte am besten ganz verzichtet werden.

Vorsicht ist auch bei offenen Fruchtsäften, unverpacktem Speiseeis oder Mixgetränken mit Eiswürfeln ratsam. In Flaschen abgefüllter Saft oder Mineralwasser, abgekochtes oder desinfiziertes Leitungswasser sind dagegen unbedenklich.

Wegen der Säureempfindlichkeit der Typhussalmonellen ist es auf Reisen günstig, die Magensäureproduktion ab und zu beispielsweise durch säurehaltige Limonaden zu unterstützen.

Was Betroffene selbst tun können

Bei starken Durchfällen ist die wichtigste Maßnahme, den Flüssigkeits- und Mineralverlust auszugleichen, am besten mit Elektrolytlösungen.

Während einer Typhusinfektion ist regelmäßige ärztliche Überwachung notwendig, zumal das Fieber den Kreislauf stark belastet.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Wer im Anschluss an eine Fernreise Fieber bekommt, sollte unbedingt zum Arzt.

Der Krankheitsverlauf wird durch die Behandlung mit Antibiotika deutlich gemildert, Todesfälle sind äußerst selten geworden.

Je früher mit der zwei bis drei Wochen dauernden Antibiotika-Therapie begonnen wird, desto besser sind die Chancen, schnell wieder ganz gesund zu werden.

Nach überstandener Infektion ist man ein Leben lang gegen die Erreger immun, man kann sich also nicht mehr anstecken.

Die Krankheit ist meldepflichtig.

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