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Waldkiefer (Pinus sylvestris)

Von: Chưa được phân loại 04/01/2019
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Die feucht-kalten Tage im Spätherbst tun Menschen mit rheumatischen Leiden gar nicht gut. Und Erkältungskrankheiten haben jetzt leichtes Spiel. Aber auch dagegen sind Kräuter gewachsen, besser gesagt: harzige Bäume.

Botanik

Zu der botanischen Familie der Föhrengewächse zählen neben Lärche, Zeder, Tanne und Fichte die vielen Arten der Gattung Pinus, die wir Föhre oder Kiefer nennen. Bis zur Waldgrenze wächst die Zirbelkiefer (Pinus cembra), weiter hinauf die Legföhre oder Latsche (Pinus mugo). In Ostösterreich findet man die besonders harzreiche Österreichische Schwarzkiefer (Pinus nigra subsp. nigra), und von Europa bis Sibirien wächst die Waldkiefer (Pinus sylvestris), die auch Rotföhre genannt wird. Sie gedeiht noch auf magersten Waldstandorten, auf Sandböden und ist waldbildend auf Fels- und Felsschutthängen. Ihre Pfahlwurzeln dringen tief in den Boden. Der Stamm wird 20 bis 35 Meter hoch. Die Äste breiten sich mit der Zeit schirmförmig aus. Die Rotföhre unter scheidet sich von allen anderen Arten durch die rostrote, schuppige Rinde. Die 5 bis 6 Zentimeter langen graugrünen Nadeln stehen paarweise auf den Ästen. Einige Föhren produzieren viel Harz, das bei Verletzungen der Rinde den Wundabschluss bildet.

Geschichte

Obwohl Kiefern in Märchen und Sagen eher selten vorkommen, hatten sie bei den Germanen doch große Bedeutung. Das Wort Föhre ist in fast allen germanischen Sprachen vorhanden, so im Englischen fir. Das Wort Kiefer ist vermutlich aus dem althochdeutschen Kienforaha (Kienspan der Foraha, der alte Name für Föhre) entstanden. Der botanische Name pinus kommt von lat. punus und meint „verschiedene harzreiche Nadelhölzer“. Ihre feurige Signatur zeigt die Kiefer in der roten Rinde, daher wurde sie auch Feuer oder Fackelbaum genannt. Als es noch kein elektrisches Licht gab, erhellten Kienspäne Bauernstube und Rittersaal. Bereits im Altertum wurden Substanzen der Föhre medizinisch genutzt. Hippokrates erweichte mit dem Harz Geschwüre und empfahl es bei Frauenleiden. Dioskurides verwendete fein geschnittene Kienspäne in Essig gekocht bei Zahnweh. Die Kräuterdoctores des Mittelalters beschrieben die Anwendung von Föhrenöl bei Leberleiden, Schwindsucht und Rheuma. Genauso behandelte die Volksmedizin diese Leiden.

Inhaltsstoffe und Heilwirkung

Verwendet werden die Zweigsprossen mit Nadeln der Rotföhre, aber auch von Latsche und Zirbe. Sie enthalten ätherisches Öl mit Monoterpenen wie Pinen, dazu Harze und Flavonoide. Der vielzitierte Vitamin-C-Gehalt findet sich nur in frischen Triebspitzen. Die Wirkung zusammengefasst: bei Atemwegsproblemen schleimlösend, antibakteriell und durchblutungsfördernd. Aufgrund letzterer Eigenschaft werden die Nadeln auch bei rheumatischen Beschwerden sowie bei Muskel- und Nervenschmerzen genützt.

Heilanwendung

Man kann mit den Nadeln einen Tee zubereiten, der sich ganz besonders für Inhalationen oder als Badezusatz eignet: 3 Handvoll Kiefernsprossen (getrocknet oder frisch) in 5 Liter Wasser erhitzen, 10 Minuten kochen lassen. Als Badezusatz wirkt dies beruhigend bei angespannten Nerven. Als Hustentee sollte man die Kiefernsprossen mit Thymiankraut mischen: je 2 Teelöffel Kiefernsprossen und Thymian mit einem halben Liter heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. Sehr wirkungsvoll ist die Anwendung des ätherischen Öles (Pini aetheroleum), auch zum Inhalieren oder als Badezusatz (unbedingt emulgieren: pro Bad 5 bis 7 Tropfen ätherisches Öl mit etwas Milch oder Sahne verschütteln). Achtung: Eine höhere Dosierung wirkt hautreizend.
Das ätherische Öl kann auch als Zusatz für Salben verarbeitet werden, die bei rheumatischen Schmerzen oder bei Bronchitis helfen. Eine Kiefernsalbe wirkt auch wundheilend. Aus der Gemmotherapie kennt man die Nutzung eines Sprossenmazerates, also eines Kaltauszugs von der Latsche, das bei Rheumatismus, aber vor allem bei Arthrosen und Osteoporose helfen soll. Nicht zuletzt wird die Blütenessenz „Pine“ in der Bachblütentherapie eingesetzt. Sie hilft Menschen, sich vom Druck ihrer überhöhten Leistungsansprüche zu befreien.

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