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Warzen (Verrucae)

Von: Christa Pleyer ( mehr) 24/05/2019
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Warzen sind Gewebewucherungen, die anfangs wie Hautschuppen aussehen und mit der Zeit zu einem kleinen Knoten anwachsen.

Zuerst einzeln, dann in Gruppen, sitzen sie vor allem um die Fingernägel und an den Fußsohlen, können aber auch überall am Körper Vorkommen (Feigwarzen, S. 640).

Warzen sind ansteckend, aber harmlos. Sie begünstigen die Entstehung anderer Krankheiten nicht und gehen mit der Zeit meist von selbst wieder weg, können aber äußerst lästig und störend sein.

Wer ist davon betroffen?

Jedes zehnte Kind und jeder zehnte Jugendliche bis 16 hatte zumindest einmal eine Warze, Erwachsene sind weniger oft betroffen.

Warzen werden durch humane Papillomviren (HPV) verursacht, von denen es bereits mehr als 70 Typen gibt. Wie alle Viren können sie sich nur vermehren, indem sie ihr Erbgut in eine Wirtszelle ein-schleusen; vermehrt sich die Wirtszelle, entstehen neue Viren. Papillomviren wählen als Wirt Keratinozyten, jene Zellen der Oberhaut, welche die oberste Hautschicht bilden.

Die Viren befallen nur Menschen und kommen so gut wie überall vor. Eine Ansteckung ist daher auch überall möglich: vor allem beim Händeschütteln oder dort, wo Menschen barfuß gehen. Wahrscheinlich ist jeder mit HPV infiziert, ohne dass sich jedoch in jedem Fall Warzen bilden.

Menschen mit geschwächtem Immunsystem – aufgrund von Krankheiten, einseitiger Ernährung, psychischen Belastungen oder genetisch bedingt – sind besonders gefährdet für eine Infektion: Ihr körpereigenes Abwehrsystem wird mit den Viren nicht fertig.

Ist Vorbeugung möglich?

Völlig vermeiden lässt sich eine Ansteckung nicht. Da Kinder die Warzen hauptsächlich an den Füßen entwickeln, ist es sinnvoll, im Sportunterricht Turnschuhe zu tragen, auch in Schwimmbädern oder in der Sauna empfiehlt sich das Tragen von Sandalen.

Zum Schutz vor Infektionen ist auch die Stärkung des Immunsystems wichtig – durch regelmäßige Bewegung (S. 16), vernünftige Ernährung (S. 110), ausreichend Schlaf und die Bewältigung seelischer Probleme (Kein Stress mit dem Stress, S. 264).

Was Betroffene selbst tun können

Ein Drittel aller Warzen ist nach drei Monaten wieder verschwunden, drei Viertel nach zwei Jahren. Meist hängt das Verschwinden der Warzen damit zusammen, dass das Immunsystem wieder stärker geworden ist.

Nicht jeder hat allerdings die Geduld, einfach abzuwarten, zumal die Wucherungen vor allem an den Händen kosmetisch störend und an den Fußsohlen schmerzhaft sein können.

An den Warzen zu kratzen kann die Viren an andere Körperstellen übertragen. Salicylsäure, die es rezeptfrei als Lösung, Stift oder Pflaster gibt, weicht die harte Haut mit der Zeit auf. Milchsäure kann diese Wirkung noch verstärken. Gleichzeitig sollte die Haut vorsichtig mit einem Spezialhobel immer wieder abgeschliffen werden.

Selbst wenn die Warze nach dieser Art der Behandlung schließlich völlig verschwunden ist, muss die Prozedur in 25 Prozent der Fälle wiederholt werden, da sich in unmittelbarer Umgebung neue Warzen bilden.

Auch wenn es viele Geschichten von Warzenheilung durch Schneckenschleim oder »Besprechen« gibt, ist die Wirksamkeit von dergleichen Maß-nahmen höchst zweifelhaft: Das Verschwinden der Hauterscheinungen ist in diesen Fällen höchstwahrscheinlich auf eine Spontanheilung zurückzuführen.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

In hartnäckigen Fällen, wenn die medikamentöse Behandlung keinen Erfolg zeigt, gibt es die Möglichkeit der chirurgischen Entfernung, die allerdings auch keine völlige Heilung garantiert.

Welche Methode für welchen Warzentyp geeignet ist, muss mit dem Arzt oder der Ärztin besprochen werden.

Flüssiger Stickstoff. Durch das Aufbringen von flüssigem Stickstoff bildet sich aus der Warze eine Blase, die der Arzt entfernt. Oft sind mehrere Sitzungen nötig. Die Wunde heilt narbenlos ab.

Elektrokaustik. Mit Hilfe eines speziellen Geräts wird die Warze verkocht; es kann ganz genau bestimmt werden, wie weit das Gewebe abgetragen wird. Der Eingriff wird in Lokalanästhesie durchgeführt. Es können Narben Zurückbleiben.

Laser. Der C02-Laser verdampft nicht die Warze selbst, sondern verödet die Gefäße darunter, wodurch die Warze nicht mehr versorgt wird und abstirbt. Mehrere Sitzungen können notwendig sein. Die Wunde schmerzt nachher und braucht länger zum Abheilen als mit den anderen Methoden. Es können Narben Zurückbleiben.

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