Help
Favorites list
Login/Register

Weiden Arten (Salix)

Von: Richard Willfort 23/02/2018
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...
Speichern Drucken

Volksnamen

Die nachstehenden Volksnamen gelten für alle drei Weidenarten. Felbern – Korbweiden – Bachfelbern – Fieberweiden – Maiholz

Botanik

Die blühenden Weiden sind das Symbol des nahenden Frühlings, der wiedererwachten Natur. Die Blüten, „Kätzchen” genannt, erscheinen vor den Blättern und sind zweihäusig, d. h. ein Strauch oder Baum trägt immer nur Blüten eines Geschlechtes, die größeren, eiförmigen männlichen Blüten, mit den schon von weitem erkennbaren gelben Staubbeuteln oder die walzenförmigen, schlanken, zumeist graugrünen weiblichen Blüten. Die Blätter der Silberweide sind kurzgestielt, lanzettlich, lang und spitz, klein gesägt und an beiden Seiten silbergrau behaart. Die Bruchweide hat dagegen unbehaarte Blätter. Die größten Blätter hat die Salweide mit vielen Abarten in der Form und Behaarung. Alle Weiden kommen sowohl als Strauch als auch baumförmig vor. Der Geruch der Rinde ist schwach würzig, der Geschmack ist bitter und herb.

Blütezeit: März, in Gebirgslagen im April.

Standort: Die Weiden bevorzugen feuchte Standorte wie die Uferränder von Teichen, entlang von Bächen und Flüssen, sie kommen aber auch an Waldrändern, auf Schlägen vor und werden gerne zur Abgrenzung von Weideflächen und Wiesen gepflanzt.

Heilkräftige Pflanzenteile

Seit altersher gilt die Rinde als sehr heilkräftig. In der Volksheilkunde werden auch die Blätter angewendet.

Die Weidenrinde wird im Frühjahr von den Ästen durch Abschaben geerntet. Die im Schatten getrockneten Rindenstücke werden zerkleinert und in dunklen Gläsern aufbewahrt.

Heil- und Wirkstoffe: Als Hauptwirkstoffe finden wir in der Weidenrinde das Salizin und Gerbstoff. Daneben ist auch Populin nachzuweisen, das dem Salizin verwandt ist und auch eine ähnliche Wirkung auslöst. Das Salizin ist chemisch gesehen ein Phenolglykosid, das bereits in der Pflanze durch Enzym in Salizylalkohol und Zucker gespalten wird. Im Körper entsteht durch Oxydation die Salizylsäure, die als das eigentliche Heilmittel anzusprechen ist. Die Salizylsäure wird heute fast ausschließlich synthetisch hergestellt und wurde die einst so hoch geschätzte Weidenrinde durch chemische Salizylsäure-Präparate verdrängt.

Heilwirkung

Bereits Hippokrates und Plinius haben die Weidenrinde als Fiebermittel angewendet. Die Heilige Hildegard schätzte sie als eine Standardarznei und in den berühmten Kräuterbüchern der nachfolgenden Jahrhunderte wird immer wieder die Weidenrinde in vielfach heilender Wirkung gepriesen. Die Schulmedizin anerkannte lange die Erfahrungen mit dieser Heilpflanze und erst die chemische Herstellung ihrer Wirkstoffe hatte die Streichung aus dem Deutschen Arzneibuch („DAß”) zur Folge. Im Ergänzungsband zum Deutschen Arzneibuch wird sie wieder genannt (Cortex Salicis).

Die Weidenrinde wirkt in erster Linie fieberherabsetzend und zusammenziehend. Auch eine schweiß- und harntreibende, wie auch schmerzstillende Heilwirkung ist erwiesen. Weidenrinde wird daher mit bestem Erfolg angewendet bei fieberhaften Erkrankungen mit oder ohne Schmerzen, bei Blutungen, Bluthusten, Blutspucken sowie bei Lungen- und Nierenblutungen.

Die harntreibende Wirkung bewirkt eine erhöhte Harnsäureausscheidung, wodurch gichtisch-arthritische Erkrankungen sehr günstig beeinflußt werden. Die gleichzeitige schweißtreibende Wirkung erhöht die Ausscheidung aller Giftstoffe. Weidenrindentee ist bei Rheuma, besonders bei Gelenksrheumatismus und allen gichtischen Erscheinungen sehr zu empfehlen. Die keimtötende und zugleich schmerzstillende Heilwirkung wird sich sehr günstig bei allen katarrhalischen Zuständen des Magens und des Darmes auswirken. Diarrhöen, Darmkoliken, Magen- und Darmverschleimung werden ausgeheilt, die Giftstoffe in Magen und Darm durch bakterielle Zersetzungen ausgelöst, werden abgeleitet, im ganzen Körper tritt eine Verbesserung der Säfteverhältnisse ein.

Äußerlich dient der Weidenrindenabsud zur Behandlung von Wunden, Geschwüren und Ausschlägen, er ist ein sehr gutes Gurgelmittel bei Zahnfleisch und Mandelentzündung. Bei Fußschweiß soll man regelmäßige Fußbäder mit Weidenrindenabsud machen. Warmfeuchte Umschläge bei entzündeten Nervenknoten, Trigeminusneuralgie und bei offenen brandigen Geschwüren sind sehr zu empfehlen.

Zur Herstellung von Weidenrindentee läßt man 1 gehäuften Teelöffel fein zerkleinerte Rinde in 2 Tassen kaltem Wasser durch 2-3 Stunden ziehen und kocht anschließend einmal rasch auf. Man trinke unter Tags 2 Tassen, schluckweise, zuckerlos.

TEEMISCHUNGEN: Als Fiebertee mische man Weidenrinden mit Enzianwurzel (Nr. 26) zu gleichen Teilen. 1 Teelöffel der Mischung für 1 Tasse im Aufguß, mindest 5 Minuten ziehen lassen und nach Bedarf 1-2 Tassen schluckweise trinken.

Rheuma- und Gichttee: Weidenrinde mische man zu gleichen Teilen mit Birkenblättem (Nr. 13), 1 Teelöffel der Mischung für 1 Tasse im Aufguß, 5 Minuten ziehen lassen, 2-3 Tassen nach Bedarf am Tage schluckweise trinken. Dieser Tee kann mit Erfolg mit Honig etwas gesüßt werden.

Bei offenen, brandigen Geschwüren bestreue man diese mit einer Mischung von gepulverter Weidenrinde und Lindenkohle zu gleichen Teilen. Täglich abwaschen und neu bestreuen.

Anwendung in der Volksheilkunde

Ein Extrakt aus Weidenkätzchen wurde früher in der Volksheilkunde mit Erfolg gegen sexuelle Überregbarkeit, Schlaflosigkeit und Nervenschwäche (Neurasthenie) angewendet.

Bei Ohrenschmerzen soll man den frischen Saft der Weidenblätter auf einen Wattebausch träufeln und diesen in das Ohr einführen. Die Asche von Weidenrinde auf schlecht heilende Wunden gestreut, bewirke ein Abheilen dieser.

Weidenrindenabkochungen dem Badewasser in größeren Mengen beigegeben wird als Heilbad bei Gicht und Rheuma empfohlen.

Anwendung in der Tiermedizin

Weidenrindenabsud wird in der Tiermedizin vielfach zur Waschung und für Umschläge bei der Wundenbehandlung angewendet. Weidenrindentee gibt man den Rindern und Pferden bei Koliken und inneren Blutungen ein.

Comment:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.