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 Weißfleckenkrankheit (Vitiligo)

Von: Christa Pleyer ( mehr) 25/05/2019
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Die verschieden großen weißen Flecken auf der Haut, die entweder nur an einer Körperstelle, auf einer Körperseite oder (meist symmetrisch) über den ganzen Körper entstehen, machen keinerlei Beschwerden, sind nicht ansteckend und ungefährlich. In vielen Fällen nehmen die Flecken mit der Zeit an Größe zu und vermehren sich, oft werden auch die Haare stellenweise weiß.

Manche Betroffene fühlen sich durch die Pigmentstörung regelrecht entstellt – ihr Selbstwertgefühl leidet erheblich darunter.

Eine Heilung der chronischen Erkrankung ist bisher nicht möglich.

Wer ist davon betroffen?

Mit einer Häufigkeit von ein bis zwei Prozent ist die Weißfleckenkrankheit gar nicht selten. Männer und Frauen erkranken gleich oft, in 90 Prozent der Fälle vor dem 40. Geburtstag.

Die Ursachen für die Zerstörung der Melanozyten, der Farbstoff herstellenden Zellen in der Haut, sind noch nicht klar, in Forscherkreisen diskutiert werden verschiedene Theorien – von einer Autoimmunerkrankung, bei der sich Abwehrzellen gegen körpereigene Zellen richten, bis zu einer Stoffwechselstörung.

Ob die Krankheit genetisch bedingt ist, kann ebenfalls noch nicht gesagt werden: In manchen Familien tritt sie gehäuft auf, 60 Prozent der Betroffenen haben allerdings keine Blutsverwandten mit Weißfleckenkrankheit.

Menschen, die an Schilddrüsenerkrankungen, perniziöser Anämie (S. 563), Diabetes (S. 603) oder kreisrundem Haarausfall (S. 675) leiden, haben ein erhöhtes Risiko. Warum das so ist, ist noch Gegenstand von Forschungen.

Unmittelbare Auslöser für das Entstehen und Wachsen der weißen Flecken können starke Sonnenbrände sein, ebenso wie seelisch extrem belastende Situationen – immerhin 30 Prozent aller Vitiligo-Kranken stellen selbst einen solchen Zusammenhang her.

Ist Vorbeugung möglich?

Bisher sind keine Möglichkeiten der Vorbeugung bekannt.

Ein vernünftiger Umgang mit der Sonne (Haut, S. 386) und seelischen Belastungen (S. 264) sind aber in jedem Fall sinnvoll.

Was Betroffene selbst tun können

Make-up. Um weiße Flecken im Gesicht abzudecken, gibt es wischfeste Spezialpräparate (Camouflage-Make-up), die entweder fertig gekauft oder aber der eigenen Hautfärbung entsprechend gemischtwerden können.

Selbstbräuner. Auch selbstbräunende Cremes können den Unterschied zwischen der normalen und der weißen Haut ausgleichen. Der Umgang damit braucht etwas Übung.

Sonnenschutz. Da die weißen Hautstellen nicht durch körpereigene Farbpigmente geschützt sind, kann es wesentlich schneller zu Sonnenbrand kommen. Andererseits ist es sinnvoll, eine Bräunung der übrigen Haut zu vermeiden, da dadurch der Unterschied noch deutlicher sichtbar wird. Ausreichender Sonnenschutz (von Lichtschutzfaktor 20 aufwärts) ist also besonders wichtig.

Psychologische Unterstützung. Drei Viertel aller Betroffenen fühlen sich durch die Flecken entstellt und in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Mangelndes Selbstwertgefühl und ein Rückzug aus der Gesellschaft sind oft die Folge.

Professionelle Hilfe zu suchen, wenn die Probleme der Seele allein nicht mehr zu bewältigen sind, ist eine sinnvolle Maßnahme. Welche Art der Psychotherapie für den Einzelnen in Betracht kommt, kann nur in einem ersten Gespräch mit einem Psychotherapeuten entschieden werden.

Auch das Gespräch mit Leidensgenossen in Selbsthilfegruppen, wo oft auch Informationsabende mit Experten organisiert werden, kann hilfreich sein.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten; welche im Einzelfall geeignet ist, hängt vom Alter des Betroffenen ab sowie von der Größe, Lage und Anzahl der Flecken.

Medikamentöse Therapie. Die Behandlung mit Kortisonsalben ist bei sehr kleinen Flecken wirksam. Sie sollten allerdings wegen der möglichen Nebenwirkungen nicht zu lange angewandt werden, regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig.

Photochemotherapie (PUVA). Die Bestrahlung mit UV-Strahlen nach Anwendung eines Wirkstoffes aus der Gruppe der Psoralene bringt zwar gute Resultate, ist jedoch zeitaufwändig. Auch das erhöhte Risiko, Hautkrebs zu entwickeln, muss bei dieser Therapie abgewogen werden.

Chirurgische Maßnahmen. Die Transplantation von körpereigenen Melanozyten, die in die weißen Hautstellen verpflanzt werden.- in China bereits Routine – ist hier zu Lande noch im Versuchsstadium.

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