Help
Favorites list
Login/Register

Windpocken (Varizellen)

Von: Christa Pleyer ( mehr) 26/05/2019
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...
Speichern Drucken

Windpocken sind eine hochansteckende Infektionskrankheit, die sich ganz plötzlich mit dem typischen, stark juckenden Ausschlag bemerkbar macht: Rote Flecken oder Knötchen, die in Gruppen zusammenstehen und bald zu mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen werden, zeigen sich zuerst am Rumpf, dann am ganzen Körper mit Ausnahme der Hände und Füße. Auch die Mundschleimhaut kann betroffen sein, was zu Schluckbeschwerden führt. Die Bläschen trocknen mit der Zeit aus, verkrusten und heilen nach rund sieben bis zwölf Tagen ab.

Wer ist davon betroffen?

Windpocken gelten als Kinderkrankheit, zumal in der überwiegenden Mehrzahl Kinder zwischen zwei und neun Jahren betroffen sind. Anstecken kann man sich jedoch in jedem Alter – sofern man Windpocken nicht schon einmal gehabt hat, denn für gewöhnlich hinterlässt die erstmalige Infektion eine Immunität: Der Organismus bildet Antikörper gegen das Virus.

Allerdings bleibt das Varizella-Zoster-Virus, der Krankheitserreger, nach Abklingen der Krankheit im Körper und zieht sich an die Nervenenden im Rückenmark zurück. Es kann durch bestimmte Auslöser, wie etwa starke Sonnenbestrahlung oder Stress, wieder aktiv werden. Dann verursacht es aber nicht Windpocken, sondern Gürtelrose (S. 674).

Ist Vorbeugung möglich?

Ansteckend sind die Windpocken rund zwei Tage, bevor sich der Ausschlag zeigt, bis zum fünften Tag der Pustelbildung. Einer Infektion aus dem Weg zu gehen ist wegen der leichten Übertragbarkeit der Viren durch die Atemluft gar nicht möglich, wenn man Kontakt mit Infizierten hat. Und das wäre bei Kindern auch nicht sinnvoll, da bei ihnen die Krankheit fast immer harmlos verläuft. Bei Erwachsenen kann es jedoch zu Lungenentzündung und Gehirnhautentzündung kommen. Bei Schwangeren, die in der achten bis 21. Schwangerschaftswoche an Windpocken erkranken, besteht die Gefahr von Fehlbildungen des Ungeborenen. Infizieren sie sich unmittelbar vor der Geburt, steckt sich das Baby an und wird schwer krank.

Schutz vor einer Infektion bietet eine Impfung, am besten im Alter von elf bis 14 Monaten. Personen, die noch keine Windpocken hatten, aber wegen geschwächter Abwehrkräfte möglicherweise bei einer Infektion schwerer erkranken würden, sollten sich impfen lassen. Frauen, die sich ein Kind wünschen, aber nicht mehr sicher wissen, ob sie Windpocken hatten, können feststellen lassen, ob sie immun gegen das Virus sind, und sich gegebenenfalls noch bevor sie schwanger werden, impfen lassen. Schwangere sollten sich nicht impfen lassen, da noch nicht bekannt ist, ob ein Risiko für das Kind besteht.

Was Betroffene selbst tun können?

Bei der Behandlung von Kindern geht es vor allem darum, den Juckreiz zu lindern: mit Pudern oder Lotionen mit Zinkoxid. Gegen Juckreiz im Mund hilft Gurgeln mit Salzwasser. Wichtig ist, dem Kind die Fingernägel kurz zu schneiden: So wird ein Aufkratzen der Bläschen verhindert. Damit es nicht zu zusätzlichen bakteriellen Infektionen der offenen Bläschen kommt, ist es ratsam, die Kinder öfter zu baden oder zu duschen und auf frische Kleidung und saubere Hände zu achten.

Entscheidungen mit Arzt oder Ärztin

Bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr wird bei Infektion ein Mittel gegen Viren eingesetzt . So können schwere Verläufe mit Gehirnhautentzündungen verhindert werden.

Kommt es – was äußerst selten ist – während der Schwangerschaft zu einer Windpocken-Infektion, besteht vor allem in der 8. bis 20. Woche eine Wahrscheinlichkeit von ein bis zwei Prozent, dass das Kind geschädigt ist. Zeigen sich tatsächlich Auffälligkeiten im Ultraschall, kann ein Schwangerschaftsabbruch (S. 487) in Erwägung gezogen werden. Erkrankt die werdende Mutter in den letzten fünf Tagen vor der Geburt, erkrankt das Kind in 50 Prozent der Fälle an Windpocken. Da die Krankheit bei Neugeborenen sehr ernst ist, wird die Mutter mit Antikörpern gegen das Virus behandelt, um eine Übertragung auf das Kind zu verhindern.

Comment:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.