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Zaunrübe (Bryonia Alba)

Von: Richard Willfort 10/04/2019
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Volksnamen

Weißer Enzian – Faulrübe – Feuerwurzel – Gichtrübe – Gichtwurz – Heckenrübe – Hundskürbis – Hundsrebe – Hundsrübe – Heilige Rübe – Spanische Rübe – Schmerwurz – Stickwurz – Teufelsrübe – Tollrübe – Zaunranke – Zaunrebe

Botanik

Die ausdauernde Wurzel ist groß, lang und rübenförmig. Sie ist von schmutzigweißer Farbe und enthält einen weißen, sehr giftigen Milchsaft. Die bis zu 3 m Höhe wachsenden Stengel halten sich mit ihren spiralig gewundenen langen Ranken an Bäumen, Sträuchern oder Zäunen, fest. Jedem Blatt steht eine Ranke gegenüber. Die Blätter sind denen des Hopfens und der Rebe ähnlich, nur kleiner, fünflappig, rauh und herzförmig. Die Blüten sind weiß und grün geadert. Sie finden sich in Doldentrauben vereint in den Blattachseln. Die Beere ist erbsengroß und tiefschwarz.

Es gibt auch eine zweite Art Bryonia dioica Jac von gleicher Gift- und Heilwirkung, mit roten Beeren.

Blütezeit: Juni bis gegen Ende August.

Standort: Die Zaunrübe gedeiht im Ufergebüsch und an Zäunen. Sie wird oft in Weingärten zu einem sehr lästigen Unkraut.

Heilkräftiger Pflanzenteil

Gesammelt wird die Wurzel im September und Oktober. Sie wird in Scheiben von 1 cm Dicke geschnitten und getrocknet. Die frische Wurzel riecht widerlich; getrocknet ist sie jedoch geruchlos. Die frische Wurzel hat einen ekelerregenden, scharfen Geschmack, die getrocknete Wurzel verliert jedoch die Schärfe des Geschmackes. Die ganze Pflanze ist giftig, doch richtet sich der Grad der Giftigkeit nach dem Standort. Auf trockenem Grund ist sie zumeist weniger giftig.

Heil- und Wirkstoffe: Die Pflanze birgt das Glykosid Bryonin und das wirksame Harz, das sogenannte Bryoresin, ferner mehr oder minder Ameisensäure, Butter-und Essigsäure, Invertzucker, Phytosterin und Gerbstoffe. Es muß aber auch noch ein weiterer, bisher noch nicht restlos erforschter alkaloidähnlicher Stoff in der Pflanze enthalten sein, wie auch noch weitere Glykoside.

Das Glykosid Bryonin, kleinste hellgelbe, glänzend durchsichtige Blättchen, erweist sich, vom Arzte genau dosiert, als wirksames Abführmittel. Die Tinktur daraus ist sehr giftig und löst choleraartige Durchfälle und äußerst schmerzhafte Krämpfe aus.

Heilwirkung

Seit den Tagen des Altertums ist die Zaunrübe ein bekanntes Volksheilmittel. In manchen Gegenden Deutschlands wird noch heute die Wurzel von der Landbevölkerung ausgehöhlt und in diese ausgehöhlte Wurzel Bier gegossen. Nach 1 bis 2 Tagen wird das Bier gegen Stuhlverstopfung löffelweise eingenommen. In anderen Gegenden wird die Wurzel zum Auflegen auf Geschwüre verwendet. Alle diese Methoden sind aber nicht ratsam.

Anwendung in der Homöopathie

Die Zaunrübe wird in der Homöopathie als eine sehr verläßliche Heilpflanze geschätzt und hat vielseitige Verwendungen. So bei Lungenentzündung mit reichlicher Ausscheidung von Exsudat in die Lungenbläschen, bei Entzündungen der Brustdrüsen, bei Grippe, Brustfellentzündung, bei Lungen- und Rippenfellentzündung zugleich, bei Hexenschuß, Asthma und bei allen gichtischen Leiden auf rheumatischer Grundlage, bei Glieder-, Nacken-, Brust- und Muskelschmerzen, Gelenksergüssen, bei fieberhaften Erkrankungen auf infektiöser Grundlage, ferner bei Typhus, Scharlach, bei Magen- und Darmkatarrhen, Ruhr, Sommerdurchfällen, Leberentzündungen, Gelbsucht, bei Regelunterdrückung und unregelmäßigen Blutungen, Milchfieber und oftmaligem Erwachen mit Schreck u. a. m. wurden wiederholt Erfolge festgestellt.

Anwendung in der Tiermedizin

Der Wurzelabsud gilt als ein gutes Abführmittel bei Rindern, Ziegen und Schafen. Die Wurzel wird in Olivenöl gelegt und einige Tage ziehen lassen. Dieses Öl äußerlich aufgelegt, zeitigt Geschwüre und Geschwülste.

Vergiftungserscheinungen

Entzündungen, vermehrte Durchblutung und Blutfülle, Blutaustritt in den Schleimhäuten, nervöse Störungen, oft schwere tetanusartige Krämpfe, übermäßige Herztätigkeit und Tod. Leichtere Vergiftungserscheinungen treten oft auf, wo die homöopathischen Dosierungen überschritten wurden. Die schweren Vergiftungserscheinungen rühren vom Genuß der sehr giftigen Beeren her, gleichgültig ob von Kindern oder Erwachsenen gegessen.

Die Beeren beider Arten sind sehr giftig!

Gegenmittel

Ehest Brechmittel eingeben, wie Stiefmütterchen (Nr. 120), Veilchen (Nr. 125) oder Brechweinstein (Nr. 131/11).

Nach dem Erbrechen soll ein stark eingekochter Wermuttee (Nr. 134) getrunken werden. Der Arzt muß auf jeden Fall sofort herbeigerufen werden!

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